11.12.2022               16.12.2023

Bachgau-Bote 21.12.2023

 

Aufgeschlossen......

......wollte sich die Pfarrei St. Luzia Pflaumheim im Jubiläumsjahr zu ihrem 100. Geburtstag zeigen und hat mit der fast wöchentlichen Kolumne immer wieder und permanent auf dieses so besondere Jubiläum aufmerksam gemacht.

Mit dem Luzia-Patrozinium wurde das Jubiläumsjahr am 11.12.2022 von der damaligen „Luzia-Ministrantin“ Leonie Karst feierlich eröffnet und am Samstag in der Vorabendmesse nach 370 Tagen von der aktuellen „Luzia-Ministrantin“ Leonie Wolz wieder genauso festlich beendet. Dazu gibt es im vorderen Bereich des Bachgau-Bote einen etwas ausführlicheren Bildbericht.

In unserer Jubiläums-Kolumne haben wir an die Vergangenheit erinnert und auch mal kritisch nach vorne geschaut. Wir werden im neuen Jahr nun prüfen, ob wir das Ganze mit Bildern garnieren und bis Ostern oder Pfingsten zu einer gewissermaßen nachträglichen Chronik zusammen fassen, die man durchaus noch mit dem einen oder anderen Beitrag erweitern könnte. Es gibt viele Ideen aber oftmals nicht genug Zeit und möglicherweise auch nicht genug Geld.

Auf jeden Fall geht das kirchliche Leben auch nach dem Jubiläumsjahr weiter und führt uns schon am kommenden Wochenende mit dem bevorstehenden Weihnachtsfest zu einem der emotionalen Höhepunkte eines jeden Kirchenjahres, gefolgt von kaum minder zu bewertenden Highlights mit Jahreswechsel und Sternsingeraktion.

Es werden Traditionen gepflegt wie die Segnung des Johannisweins am 2. Weihnachtsfeiertag (Di. 26.12. - 10.30 Uhr) und das statistische Gedenken im Silvestergottesdienst, den wir in diesem Jahr als Sonntagsgottesdienst um 10.30 Uhr feiern.

Auch das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern nach der Christmette am Heiligen Abend hat sich schon zu einer kleineren und gerne angenommenen Tradition entwickelt und sorgt für tolle Weihnachtsemotionen. Dass es dazu leckere Heißgetränke gibt, macht das Singen noch mal so schön.

Auch die traditionelle Sternsingeraktion soll am Sonntag, den 7.1.2024 nach 3-jähriger Corona-Pause wieder aktiviert werden, wobei noch immer sehr auf ein paar Anmeldungen gehofft wird.

Bei all diesen Terminen hoffen wir stets auch sehr auf den Beistand unserer Schutzpatronin Luzia, deren Licht unsere dunkle Zeit erhellen, unsere Welt beleuchten, uns Hoffnung schenken, unsere Herzen erwärmen und uns allen den Weg zum Frieden zeigen möge, damit die Pfarrei St. Luzia noch viele Geburtstage und Luzia-Feste feiern kann.

Dazu ist es nötig, dass es immer genug Freiwillige gibt, die sich ehrenamtlich engagieren und sich von den in der Kirche zweifellos vorhandenen Widerständen nicht entmutigen lassen.

Dazu ist es nötig, dass die Kirche im Großen wie auch im Kleinen bereit ist, über sich und ihre Abläufe nachzudenken und bei Kritik auch mal zuhören kann.

Dazu ist es nötig, dass man sich als Pfarrei St. Luzia nicht zu sehr mit den Problemen in Würzburg oder in Rom beschäftigt, sondern vor allem mit den Fragen und Anliegen, die uns die Menschen hier vor Ort stellen, damit kirchliches Leben und Zugehörigkeitsgefühl zur Pfarrei wieder Einzug in den Alltag hält.

Das Ende der Jubiläumskolumne bildet ein Zitat von dem u.a. durch seine Bücher („Himmel, Herrgott, Sakrament“, „Jessas, Maria und Josef“, „Seid ihr noch zu retten“) bekannten Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler (Pfarrei Sankt Maximilian München), der bei einer Vorlesung mal gesagt hat, dass Kirche mit der frohen Botschaft eines der besten Produkte überhaupt hat, dazu aber mit das schlechteste Marketing.

Daran wollen wir uns orientieren, Besserung geloben udn aufgeschlossen bleiben.

 

 

 

Bachgau-Bote 14.12.2023

 

Jubelnd lasst uns singen......

......zu Ehren der Heiligen Lucia, die in Pflaumheim bereits seit Jahrhunderten und lange vor Pfarreigründung verehrt wird und von den damaligen Gremien deshalb auch als Schutzpatronin für unsere Kirche sowie unsere jetzt 100-jährige Pfarrei ausgewählt wurde. Man hat sich damals für die deutsche Schreibweise mit z entschieden, so dass es hier ab und zu etwas verwirrend ist.

Denn die in Sizilien lebende Heilige Lucia, die mit dem 13.12. - ihrem Todestag – im Heiligenkalender geführt wird, schreibt sich mit ja eigentlich mit c. Doch die Schreibweise ändert nichts an der Tatsache, dass wir das Licht der Heiligen Lucia nicht nur in der dunklen Jahreszeit besonders gut gebrauchen können, sondern generell in unserer mit vielen Dunkelheiten (Kriege, Terrorismus, Naturkatastrophen, Klimawandel, Krankheiten etc.) konfrontierten Welt. Völlig zurecht erhält sie mit dem Heiligen Georg, der ebenfalls Patron der Pflaumheimer Pfarrei ist, am 3. Advent einen Platz auf der Adventsleiter.

Auch wir können dem Beispiel der Heiligen Lucia folgen und die Welt heller machen. Dafür braucht es noch nicht mal eine Lichterkrone, sondern es genügt oft schon, wenn wir unseren Mitmenschen mit einem Lachen begegnen und nicht nur immer das ICH leben sondern uns an einem harmonischen WIR beteiligen. Einfach einander helfen statt sich gegenseitig in die Pfanne hauen.

Zur Zeit der heiligen Lucia führten die Christen ein Schattendasein und wurden verfolgt, gefoltert und getötet. Sie lebten zum Teil versteckt, wie auch heute viele ihr „Christ sein“ bereits wieder verstecken und sich nicht mehr an kirchlichem Leben beteiligen.

Von unserem früheren Pfarrer Leo Giegerich ist das Zitat überliefert, dass jeder Gottesdienstbesuch wie eine Trainingseinheit für den Glauben ist. So wie die Sportler ins Training gehen, um am Wochenende erfolgreich sein zu können, so gehen die Christen in den Gottesdienst, damit sie den Alltag gut meistern sowie die christlichen Werte und Geboten aktiv leben können.

Die heilige Lucia ist uns dabei ein gutes Vorbild oder man könnte auch sagen eine gute Trainerin. Sie versorgte die versteckt lebenden Christen mit lebenswichtigen Dingen und setzte sich in der Dunkelheit einen Kerzenkranz auf den Kopf, damit sie die Hände zum Tragen frei hatte.

Auch als sie an einen reichen Geschäftsmann verheiratet werden sollte, stand sie zu ihrem Glauben und zu Jesus Christus. Diese Treue wurde ihr zum Verhängnis und brachte ihr mit nur rund 20 Jahren bereits den Tod. Ihre Geschichte und das Christentum haben aber trotzdem überlebt und werden ganz gewiss auch die aktuelle Krise überstehen, so wie sie schon andere weit schlimmere Phasen überstanden haben. Vor allem in den skandinavischen Ländern wird Lucia verehrt, was wohl auch daran liegt, dass es dort im Winter besonders dunkel ist.

Lasst uns nun am kommenden Samstag, den 16.12. in der Vorabendmesse die Heilige Lucia sowie das Ende unsere Jubiläumsjahres feiern. Wir dürfen uns auf einen ganz besonderen Gottesdienst freuen, der seinen musikalischen Rahmen durch eine ganz besondere Chorgemeinschaft erhält. Die Chorleiter Carolin Winterstein und Johannes Kraiß haben ihre Chöre Canta Lucia, Songshine-Tönchen, Chorwürmchen und Teenitus für diesen Gottesdienst vereinigt und werden mit mehr als 50 SängerInnen für eine ganz besondere Feststimmung sorgen.

Zum 17. Mal seit 2007 wird eine Luzia-Ministrantin mit einer Kerzenkrone Licht in die Kirche bringen und in diesem Jahr zusätzlich auch das Jubiläumsjahr beenden. Ganz sicher will sie uns die Hoffnung mit auf den Weg geben, dass die Pfarrei St. Luzia noch viele Jubiläen feiern darf. Wenn wir uns an das Beispiel der Menschen erinnern, die sich zusammen mit den Priestern in den ersten Jahrzehnten nach Pfarreigründung für diese engagiert haben, dürfen wir uns schon jetzt darauf freuen.

Und in diesem Sinn dürfen sich nach dem Gottesdienst alle Gäste gegenseitig zum Licht werden und noch eine Weile in guter Gemeinschaft verbleiben. Bei einem kleinen Adventsumtrunk, zu dem die Songshine-Tönchen einladen, kann über Vergangenheit und Zukunft gesprochen werden.

Die Verantwortlichen freuen sich in diesen Gesprächen über Vorschläge und über jeden, der sich wie die Heilige Lucia für das „Christ sein“ engagieren will und für kirchliches Leben aufgeschlossen bleibt.

 

 

 

Bachgau-Bote 7.12.2023

 

Wie geht es weiter?

Im Laufe des Jubiläumsjahres wurde hier vor allem über die Vergangenheit geschrieben.

Die Vergangenheit lässt sich mit Fakten belegen. Die Gegenwart sieht man Tag für Tag.

Und für die Zukunft stehen nun mal unsere Kinder und Jugendlichen. In der Kirche sind dies zumeist die Ministranten, die in unserer Pfarrei St. Luzia recht aktiv in die Gestaltung der Gottesdienste und Abläufe eingebunden sind.

Heinrich Bedford-Strohm, der frühere bayerische Landesbischof der evangelischen Kirche bekam in einem Interview mal die Frage gestellt, worum er die Katholiken beneide? „Um die Ministranten“ kam seine Antwort wie aus der Pistole geschossen.

Leider wird es für die meisten Pfarreien immer schwerer neue Ministranten zu finden, da viele Familien zu befürchten scheinen, dass ihre Kinder dann dauernd zum Gottesdienst gehen müssen.

Und so hat sich in Pflaumheim in 2023 zum ersten Mal kein Kind des aktuellen Kommunionjahrgangs bei den Ministranten angemeldet, wobei es dafür ja kein Zeitlimit gibt und man ja auch jederzeit noch später einsteigen kann. Vielleicht können die Eltern und Großeltern bei der Suche nach neuen Ministranten ja mithelfen?

Denn der Ministrantendienst ist ein ganz einfaches Ehrenamt, bei dem jedes Kind und jeder Jugendliche nur die Dienste übernimmt, die Familienkalender und schulische Anforderungen zulassen.

Die Pflaumheimer Ministrantengemeinschaft hat ein wirklich gutes Miteinander und 16 junge Menschen werden im Sommer 2024 an der nächsten Rom-Ministrantenwallfahrt teilnehmen.

Aktuell gibt es in der Pfarrei St. Luzia 24 mehr oder weniger aktive Ministranten, die im Schnitt 3 Dienste pro Monat übernehmen. Die Ministranten sind derzeit zwischen 10 und 17 Jahre alt. 10 haben in den letzten Jahren an Gruppenleiterschulungen teilgenommen und wurden bzw. werden deshalb zu Oberministranten ernannt. 

Die aktuellen Ministranten müssen auf jeden Fall nicht befürchten, dass es ihnen so ergeht wie den Ministranten nach Pfingsten 1957, als Pfarrer Barthels alle Ministranten wegen eines Generalstreiks sowie ungebührlichen Verhaltens aus dem Dienst entlassen hat.

Damals war alles noch deutlich strenger und es gab auch noch keine weiblichen Ministranten. Erst als die Zahl der männlichen Ministrantenbewerber mehr und mehr zurück ging, ließen so um 1980 nach und nach alle Pfareien auch Mädchen als Ministranten zu, die heute weit über 50 Prozent der Ministranten stellen und sicher Vorreiter für die ganz sicher eines Tages auch möglichen weiblichen Diakoninnen und Priesterinnen sind.

Die Zukunft der Kirche wird auch in den engagierten Kinderkirchengruppen gestaltet. So wie z.B. am letzten Sonntag (3.12.2023), als im Haus der Vereine die Kleinsten aus Pflaumheim und Wenigumstadt mit eifrigen Eltern den Advent eröffnet und sich dann am Ende auch im Gottesdienst in der St.-Luzia-Kirche gezeigt und zum Vater Unser um den Altar versammelt haben.

Pfarrer Kroth appellierte an alle, beim nächsten Gottesdienstbesuch einen Nachbar oder Freund mitzubringen, damit die Gemeinschaft wieder größer wird und unsere Kirche eine Zukunft hat.

KjG, Ministranten und Kinderkirche stehen also für die Zukunft der Kirche und unserer Pfarrei.

Hoffen wir, dass alle gemäß unseres Jahresmottos aufgeschlossen bleiben und gemeinsam dafür sorgen, dass die frohe Botschaft auch weiterhin den Weg zu den Menschen findet.

 

 

 

 

 

Bachgau-Bote 30.11.2023

 

100 Jahre St. Luzia

=  100 x Advent

Zum 100. Mal bereitet sich die 1923 selbständig gewordene Pfarrei mit dem Advent auf die Ankunft des Herrn und das Weihnachtsfest vor.

Zum zweiten Mal wird der Advent dabei in der St.-Luzia-Kirche mit einer Adventsleiter begleitet, mit der man verschiedene Dinge in Verbindung bringen kann.

Eine Leiter nimmt man daheim, wenn man Dinge erreichen will, die ohne Leiter zu hoch sind.

Und wir wollen mit der Adventsleiter Gott erreichen, der ja auch oft zu hoch für uns ist und der uns mit der Geburt seines Sohnes das größte Geschenk aller Zeiten gemacht hat. Und ihm wollen wir ab kommenden Sonntag (3.12.) Sprosse für Sprosse entgegen gehen, auch mit den Kleinsten der Kinderkirche, die ebenfalls am Sonntag den Advent eröffnen.

Der Advent 2023 leitet auch das Ende unseres Jubiläumsjahres ein, das wir mit dem Luzia-Fest (Patrozinium) in der Vorabendmesse am 16. Dezember offiziell beschließen werden, was auch durch die musikalische Mitgestaltung von „Canta Lucia“ und den Songshine-Tönchen sicherlich ein Höhepunkt dieser Adventszeit sein wird.

Insgesamt sind alle Pfarreimitglieder im Advent zu 7 Gottesdienstterminen eingeladen, einschließlich der Andacht für das immer wichtiger werdende „Friedenslicht von Betlehem“ am 18. Dezember, auch in diesem Jahr musikalisch begleitet durch Oliver Zahn und Freunde.

Und so freuen wir uns auf viele Begegnungen und große adventliche Gottesdienstgemeinschaften.

 

 

 

Bachgau-Bote  23.11.2023

 

Mehr als nur Kirche

In der Wahrnehmung einer Pfarrei steht oft vor allem die Kirche im Blickpunkt.

Dabei gibt es so viel mehr, was zu einer Pfarrei gehört und einiges davon soll heute hier einmal in den Vordergrund gestellt werden.

Da ist z.B. die Bücherei, die in der jetzigen Form 1950, also 5 Jahre nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurde. Zunächst im Schwesternhaus bzw. Kindergarten untergebracht, kann die Bücherei 1982 in die alte Schule umziehen und bietet hier eine große Auswahl an Büchern, Spielen und sonstigen Medien. Engagierte Ehrenamtliche um Klaus Seitz und Wolfgang Rollmann halten die Bücherei immer auf der Höhe der Zeit und mit einer Vielzahl unterschiedlichster Veranstaltungen belebt die Bücherei das kulturelle Angebot unseres Orts. Vor allem das Angebot für Kinder ist den Verantwortlichen sehr wichtig und so arbeitet man ganz eng mit Kindergarten und Schule zusammen. Zusammen mit der Bücherei Wenigumstadt wurde man bereits mehrfach ausgezeichnet und für die permanent engagierte Arbeit völlig zurecht belohnt. Auf Initiative des späteren Pfarrers Anton Bieber gab es übrigens bereits vor der Pfarreigründung ab ca. 1921 eine Ausleihstelle für Bücher, die bis zum Nazi-Verbot kirchlicher Büchereiarbeit im Jahr 1933 rege genutzt wurde.

Zur Pfarrei St. Luzia Pflaumheim gehört schon immer auch der Kindergarten, der sich im Wandel der Zeit natürlich erheblich verändert hat. Einer Stiftung der ledigen Schwestern Maria Eva und Margareta Ostheimer aus dem Jahr 1871 war es zu verdanken, dass Bewegung in die Idee kam, in Pflaumheim eine von Frauen aus dem Orden der Erlöserschwestern geleitete Kinderbewahranstalt zu ermöglichen. Im Oktober 1879 war es dann soweit. Die Anfangszeit war wohl sehr schwer, weil nach dem Bau das Geld der Stiftung nahezu aufgebraucht war und auch sonst keine großartigen Mittel erschlossen werden konnten. 1905 wird zur Unterstützung der Kinderbewahranstalt der Johanniszweigverein gegründet, der auch eine ambulante Krankenpflegestation errichten will. Mit viel Glück, Geschick und einigen größeren und kleineren Spenden kann man sich irgendwie immer über Wasser halten. 1935 und 1965 wird der Kindergarten jeweils erweitert und 2001 mit kommunaler Unterstützung saniert und nach neuesten Erkenntnissen umgebaut. 1965 wurde der Johanniszweigverein in St.-Anna-Verein umbenannt, womit auch die besondere Beziehung der Ploimer zur Mutter Marias herausgestellt wurde, was ja auch durch die Anna-Kapelle dokumentiert ist. 1998 verlassen mit den Schwestern Annetraud und Lucerna die letzten beiden Erlöserschwestern unseren Ort und die Erziehung der Kinder liegt seitdem in den Händen weltlicher ErzieherInnen, die dazu auch das 2010 umgebaute Schwesternhaus mitnutzen können. Zusätzlich gab es ab 1994 in der Rudelzauer Straße den kommunalen Kindergarten „Blocksberg“, der ab 2007 zusammen mit dem Kindergarten an der Großostheimer Straße vom St.-Anna-Kindergarten geleitet wird.

Was wäre die Pfarrei St. Luzia ohne ihre Jugend? Gleich nach dem Krieg wurde 1945 mit großem Elan die KjG gegründet, von Leuten die unsere Pfarrei St. Luzia teilweise bis zu ihrem Tod unterstützt haben. Schnell war die Idee geboren ein Jugendheim zu bauen, das dann bereits 1951 eingeweiht und fortan intensiv genutzt wurde. Schnell war dieses zu klein und so wurde bereits 1973 das Ambrosiushaus gebaut und eingeweiht, was erneut ein Verdienst dieser Leute war. Teilweise wuchs die Mitgliederzahl der KjG auf über 200 an und eigentlich war ja jeder Jugendliche irgendwie dabei, denn schließlich wollte man dazu gehören. Viele Jahre lagen die Papiersammlungen fest in den Händen der KjG, ehe diese für die immer weniger werdenden Mitglieder nicht mehr zu stemmen waren. Einige Jahre hat dies danach die Pfarrei selbst übernommen, wird dieses Angebot in 2024 aber ebenfalls nicht mehr aufrecht erhalten. Die KjG-Zeltlager sind bis in die heutige Zeit ein wichtiges Highlight des Veranstaltungskalenders (zumeist in der ersten Woche der bayerischen Sommerferien), der ja ansonsten nicht sonderlich viele Angebote für Kinder und Jugendliche beinhaltet. Darüber hinaus lädt die KjG Jahr für Jahr rund um den 21.6. zum Johannisfeuer an die Anna-Kapelle ein, besucht ältere und einsame Menschen vor Weihnachten mit Plätzchen und Gesang und verkauft nach der Karfreitagsliturgie Ostereier und -lämmer für einen guten Zweck. Regelmäßige „FREU-Tage“ am Freitag werden künftig im oberen Stock des Pfarrhauses sein, wo die Räumlichkeiten gerade für die Bedürfnisse der KjG umgebaut werden. Obwohl alles eine Nummer kleiner als damals bei der Gründung im Jahr 1945 ist, wäre Pflaumheim ohne die Jugendarbeit der KjG nicht vorstellbar. Wie überall hängt auch bei der KjG alles an einem kleinen „harten Kern“, der sich aber nicht entmutigen lässt und sich immer wieder neue tolle Angebote einfallen lässt.

Aus der KjG des Jahres 1945 hat sich später die Arbeit in Familienkreisen und in der KAB fortgesetzt, die 1959 offiziell als „Werkvolk“ gegründet wurde und sich erst 1973 zur Katholischen Arbeiterbewegung (KAB) umbenannt hat. Legendär die KAB-Faschingsveranstaltungen in den Anfangsjahren des neu erbauten Ambrosiushauses. Ein bisschen dieses Geistes lebte in den tollen Karnevalssitzungen der Jahre 1999 und 2009 auf, die zusammen mit dem Gesangs- und Musicalensemble Songshine auf die Beine gestellt wurde. Immer wieder lädt die KAB zu Bildungsveranstaltungen auf, wie demnächst am 30.11. mit dem Titel "Quo vadis - Ecclesia? – Wohin gehst Du Kirche“. Pfarrer Uwe Nimbler wird als Referent einen Ausblick in die Zukunft der Kirche wagen und Möglichkeiten aufzeigen, wie wir diesen Weg mitgehen können. Die KAB lädt Kinder zusammen mit der Bücherei zu Laubsägearbeiten ein, organisiert Maiandachten an der wunderschönen Ploimer Mariengrotte, die im nächsten Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum feiert, das Stand heute am 26. Mai 2024 gefeiert werden soll. Auch der Weltgebetstag der Frauen wird am ersten Freitag im März seit vielen Jahren von der KAB gestaltet und ist stets ein bunter Farbtupfer im kirchlichen Angebot der Pfarrei.

Natürlich haben sich die früheren KjG’ler später auch in der Seniorenarbeit engagiert. Unter der Leitung von Roswitha und Reinhold Brunn fanden im Ambrosiushaus von 1973 bis 2014 monatliche Seniorennachmittage statt, die für die Ploimer Senioren Pflichttermine waren. Mit immer wieder neuen, abwechslungsreichen und dem jeweiligen Datum angepassten Ideen (Fasching, Fastenzeit, Advent etc.) wurde das Publikum begeistert und auch regelmäßig Ausflüge und Buswallfahrten wurden organisiert. Wie das Ehepaar Brunn sind viele ehemaligen engagierten ehrenamtlichen Menschen unserer Pfarrei nicht mehr unter uns. Pflaumheim und seine Pfarrei St. Luzia wäre ohne diese ganz besonderen Menschen nicht das was es heute ist und zurecht halten wir ihr Andenken in Ehren. Eine namentliche Aufzählung würde den Rahmen sprengen und garantiert wäre diese dann auch lückenhaft. Doch am Namen Lothar Rollmann führt dann doch kein Weg vorbei, da dieser in zahllosen Schriften viele Dinge für die Zukunft archiviert hat und es uns so heute möglich macht, Begebenheiten nachzulesen und uns zu erinnern.

Nach dem Abschied der Eheleute Brunn gibt es seit 2014 den „Ploimer Treff“, der zwar ein offener Treff ist, aber wegen seiner Uhrzeit am Mittwoch Nachmittag um 14.30 Uhr zumeist dann doch eine Anlaufstelle für Senioren ist. Auch im „Ploimer Treff“ wird ein abwechslungsreiches Programm für Menschen geboten, die mal daheim raus wollen und miteinander babbele, lachen und weinen wollen. Die engagierten Leute vom „Ploimer Treff“ wollen ehrenamtlich und unbürokratisch unterstützen und vernetzen, Lösungen suchen und nachbarschaftliche Hilfe anbieten.

 

Pfarrei ist also viel mehr als Kirche. Sei auch Du aufgeschlossen und mach mit. Du bist herzlich eingeladen.

 

 

 

Bachgau-Bote 16.11.2023

 

Nachrichten aus dem

Benefiziatenhaus

......so liest man es weiter vorne im Bachgau-Bote in der Kolumne „Älter werden im Markt Großostheim“, in der die Seniorenbeauftragte Martina Beck umfassend über die Angebote für unsere Senioren informiert.

Pflaumheim hat ja auch ein Benefiziatenhaus, auch wenn der Name eigentlich nicht so richtig stimmt. Wie auch immer...... das Ploimer Benefiziatenhaus steht etwas versetzt direkt neben unserem Pfarrhaus und die Älteren werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass es auch mal bewohnt war und vor allem Wohnung für mitarbeitende Geistliche war. Von 1969 bis 1992 hat Studienrat Ludwig Heilmann (9.7.1930-16.3.2016) das Benefiziatenhaus am längsten aller Bewohner und als letzter Geistlicher genutzt.

Im Zuge des Jugoslawienkrieges konnten dort auf Initiative von Pfarrer Fridolin Helbig einige Kosovo-Flüchtlinge untergebracht werden.

Ungefähr seit dem Jahrtausendwechsel steht das Benefiziatenhaus leider permanent leer und alle denkbaren Ideen (Ministrantenräume, Archiv etc.) scheitern vor allem am Geld.

Baubeginn war am 14.5.1957 und schon am 29.6. wurde das Richtfest gefeiert. Die Gesamtkosten von 37.000 DM waren durch über einen längeren Zeitraum gesammelte Spenden in Höhe von 20.800 DM, einem Darlehen rund 10.000 DM sowie laufende Kirchgelder gedeckt.

Erster Bewohner des Benefiziatenhauses war ab dem 4.12.1957 der 66-jährige Pfarrer Anton Hauck, der nach 40-jähriger Seelsorgetätigkeit aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt wurde und zusammen mit seiner Schwester Emma Hauck eingezogen ist. Am 20.10.1960 verließen sie Pflaumheim wieder.

Am 14.10.1963 zog Ruhestandspriester (75) Edmund Schreck und dessen Schwester Firmine im Benefiziatenhaus ein. Leider erlag er nach nur 8 Monaten am 27.7.1964 einem Krebsleiden.

Dazwischen wurde das Benefiziatenhaus von einheimischen Familien als Übergangswohnung genutzt und konnte so ebenfalls wertvolle Dienste bieten.

Am 5.10.1964 zog dann der Priester Josef Freppon (1.1.1891-27.3.1985) ins Benefiziatenhaus ein und wirkte bis zum 1.7.1968 seelsorgerisch mit und war für Pfarrer Buhleier eine große Unterstützung.

Vor Fertigstellung des Benefiziatenhauses wohnten die sogenannten Kommoranten (Geistliche im Ruhestand) im Schwesternhaus, wo Pfarrer Anton Bieber eine Wohnung für sie einrichten ließ. Von 1939 bis 1941 war dies der gebürtige Sulzbacher Gottfried Lang (14.11.1883-18.2.1941), der dort auch beigesetzt wurde. 1941 folgte der geistliche Rat Josef Weber (1870-22.1.1952), der 1952 verstarb und sogar bei uns in Pflaumheim beigesetzt wurde.

Seit 2020 wirkt der Einheimische Monsignore Erhard Kroth als Priester im Ruhestand in der Seelsorge im Bachgau mit, ist dabei aber zum Glück nicht auf kirchliche Räumlichkeiten angewiesen, sondern bewohnt zusammen mit seiner Schwester Cäcilia eine Wohnung im Familienkreis.

Erhard Kroth ist der einzige noch lebende von insgesamt 11 nach 1880 zum Priester geweihten Pflaumheimer „Priestersöhnen“.

Seine Schwester Gertrud, die als Maria Edelfriede zum Orden „Schwestern des Erlösers“ gehört und Willibald Raab im Orden der Oblaten sind die letzten beiden Pflaumheimer Ordensangehörigen. Mit den Genannten gab es seit Ende des 19. Jahrhunderts 4 Männer und 20 Frauen in verschiedene Orden eingetreten und haben teilweise Missionsarbeit in allen Erdteilen verrichtet.

 

Leider ist derzeit nicht abzusehen, ob die Liste der einheimischen Priester und Ordensgeistlichen eines Tages noch mal aktualisiert werden muss.

 

 

 

Bachgau-Bote 9.11.2023

 

Zählung Gottesdienstbesucher

Am kommenden Wochenende werden in ganz Deutschland wieder die Gottesdienstbesucher gezählt und zur Erstellung entsprechender Statistiken an die jeweiligen Bistumsleitungen geschickt. Diese Zählung erfolgt 2 mal pro Jahr im März und November an ganz normalen Sonntagen ohne besonderen Festcharakter.

Im Archiv der Dorfschelle haben wir einen Bericht von der Zählung im November 1971 entdeckt, als in 3 Gottesdiensten an einem Novembersonntag insgesamt 1.404 Besucher gezählt wurden. Eine Zahl, die an für sich auch für damalige Verhältnisse fast unglaublich zu nennen ist, denn damals wurden in der Frühmesse 365 Besucher, im Amt 524 und in der Spätmesse 515 Besucher gezählt. Im Frühjahr waren 1971 übrigens 1.415 Gottesdienstbesucher gezählt worden.

Der damalige Pfarrer Buhleier sah sich durch das Novemberergebnis zu folgender Berichterstattung veranlasst: „Selbst, wenn die Pflaumheimer Besucher in der Samstagsabendmesse in Großostheim mitgezählt werden, lässt sich dennoch aufgrund dieser nüchternen Zahlen nicht bestreiten, dass bei rund 2.500 Katholiken in Pflaumheim sich eine beträchtliche Anzahl vom kirchlichen Leben längst entfernt hat.“

Was würde Pfarrer Buhleier wohl im Jahr 2023 berichten?

Denn wenn man davon ausgeht, dass 1971 noch ca. 60 % der Katholiken einen Gottesdienst am Wochenende besucht haben und man die Bistumsstatistik von 2022 zum Vergleich nimmt, dürften bei noch ca. 1.850 Katholiken am Ende ca. 95 Gottesdienstbesucher gezählt werden, weil der Schnitt im Bistum im Jahr 2022 gerade mal noch bei 5,2 % lag.

All diese Zahlen sagen aber nur wenig über die Gefühle und Bedürfnisse der Menschen im Jahr 2023 aus.

Viele haben wahrscheinlich mit der Kirche einfach nur „nichts mehr am Hut“. Andere fühlen sich vielleicht von dem Angebot und der Ansprache in Ihrer Pfarrei nicht angesprochen. Grob geschätzt nur 50 % der neu geborenen Kinder werden noch getauft und dann auch zur Erstkommunion angemeldet. Spätestens nach der Firmung der Kinder endet dann für viele Familien die Teilnahme am kirchlichen Leben.

Dabei muss man aber ganz klar feststellen, dass in der Kirche heute viel mehr für die Menschen getan wird als vor 50 Jahren und die Angebote viel breiter und individueller sind und auch außerhalb der Kirchengebäude stattfinden.

Möglicherweise kommen diese Informationen aber bei den meisten Menschen gar nicht an und die Veränderungen sind vielleicht einfach zu spät eingeleitet worden oder gehen noch nicht weit genug.

Wie wirkt sich das nun auf das Leben in unserer Pfarrei aus, 100 Jahre nach deren Gründung?

Die Mitglieder der Gremien werden sich weiterhin mit Leidenschaft für eine gute Zukunft von St. Luzia einsetzen und hoffen dabei immer wieder auf die Unterstützung aus der Bevölkerung, auf die man sehr dringend angewiesen ist.

Umbaumaßnahmen im Pfarrhaus für die Jugend, die Neugestaltung des Kirchgartens, das 90-jährige Jubiläum der Mariengrotte, die Probetermine des Projektchores, die Sternsingeraktion am 7.1.2024 und der Ministrantenausflug nach Rom sind nur einige Beispiele für ein lebendiges kirchliches Leben auch im 101. Jahr des Pfarreibestehens.

 

Bleiben Sie mit uns aufgeschlossen, neugierig, hoffnungsvoll und immer wieder offen für die frohe Botschaft. Vielleicht schon am kommenden Sonntag um 10.30 Uhr. Sie sind alle herzlich eingeladen.

 

 

 

Bachgau-Bote 2.11.2023

 

Jubiläumsjahr auf der Zielgerade

Mit dem Luzia-Patrozinium endet in gut 6 Wochen am Samstag, den 16. Dezember das 100-jährige Jubiläumsjahr der Pfarrei St. Luzia.

Immer wieder haben wir in dieser Kolumne an verschiedene Begebenheiten erinnert und Veränderungen seit 1923 aufgezeigt.

Was sich wahrscheinlich in den 100 Jahren seit Gründung der Pfarrei nicht geändert hat, ist die Notwendigkeit von ehrenamtlichen Helfern. Und ganz gewiss wird sich das auch in Zukunft nicht ändern, wobei aber die Bereitschaft der Menschen deutlich nachgelassen hat.

Heute soll einmal auf die im Prinzip wichtigsten Helfer hingewiesen werden, ohne die kein einziger Gottesdienst reibungslos ablaufen würde.

Man nennt sie Küster, Mesner oder im Volksmund oft auch einfach „Käschediener“. Bei manchen Familien wurde diese Bezeichnung früher sogar wie ein Doktortitel hinzugefügt und an Ehepartner und Kinder „vererbt“.

Oft beginnt deren Arbeit eine Stunde vor den Gottesdiensten, zu denen sie in der Sakristei die benötigten Utensilien, Bücher und Gewänder zusammen suchen. Natürlich sind sie auch für das Läuten zuständig und entzünden die Kerzen im Altarraum, wo natürlich auch alle liturgischen Geräte bereit gestellt werden müssen. Jetzt in den Wintermonaten gehört auch das rechtzeitige Anschalten der Heizung zu den Aufgaben der Küster, bei uns in Pflaumheim die Sitzbankheizungen. Wenn keine Ministranten anwesend sind, übernehmen sie auch die Kollekte, die entgegen der vielfach vorherrschenden Meinung in den meisten Fällen zur Kostendeckung in den Pfarreien verbleibt.

Seit ein paar Jahren gibt es für die „Kirchendiener“ im normalen Alltag im Schnitt unter 3 Termine pro Woche. Aber bis in die 70er Jahre waren noch täglich Werktagsgottesdienste, zu denen dann am Wochenende noch mal bis zu 4 Messfeiern kamen, von Andachten, Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten ganz abgesehen.

Manche „Kirchendiener“ haben damals mitunter mehr Zeit in der Kirche verbracht als daheim bei der Familie und man übte dieses Ehrenamt so lang aus, wie es die Gesundheit zugelassen hat, da die Bewerber für dieses Ehrenamt stets recht dünn gesät waren.

In Pflaumheim wird das Ehrenamt des Küsters zur Zeit von Dr. Heinz Abel und Klaus Seitz ausgeübt, die dabei manchmal von Rolf Habicht unterstützt werden. Alle sind auch ausgebildete Wort-Gottes-Leiter, die gerne auch mal zusätzliche Angebote wie Rosenkranz- oder Kreuzwegandachten übernehmen und an Wochenenden ohne Eucharistie oft Wort-Gottes-Feiern gestaltet haben.

 

Die Kirchendiener sind also nahezu genauso wichtig wie die Priester, denen sie mit ihrem Engagement dienen. Denn in der Bezeichnung Kirchendiener versteckt sich wie auch bei Messdiener genau dieses Verb „dienen“. Und genau das tun diese Frauen und Männer zur Ehre Gottes, zur Unterstützung der Priester und zum reibungslosen Ablauf von Gottesdiensten. Sollte jemand dazu bereit sein und sich für dieses wichtige und anspruchsvolle Ehrenamt interessieren, kann man sich gerne bei den genannten Personen oder anderen Verantwortlichen der Pfarrei melden, welche sich über jede Unterstützung und Entlastung sehr freuen würden.

 

 

 

Bachgau-Bote 19.10.2023

 

.....aufgeschlossen

Dass die „Ploimer Leid“ auch nach 100 Jahren aufgeschlossen für Neues sind, hat man am letzten Samstag gesehen. Vor allem die vielen Kinder, die bei der Lichterprozession und später in der Kirche dabei waren, waren ein schönes Bild und haben auch kräftig mitgesungen.

Gesungen wird in Pflaumheim aber schon immer viel, auch in den Chören in und außerhalb der St.-Luzia-Kirche.

Wie schon bei den Organisten spielt hier der Name Rollmann eine überragende Rolle. So soll etwa um 1885 vom August Johann Rollmann der Kirchenchor gegründet worden sein. Nach 35 Jahren in etwa zeitgleich mit der Einweihung der St.-Luzia-Kirche übernahm dessen Sohn Georg Alois Rollmann den Taktstock und nahm schon bald seinen 3-jährigen Sohn Alfred mit auf die Empore, was sich für die Pfarrei St. Luzia als wirklich gute Maßnahme erweisen sollte. Bereits als 10-jähriger hatte Alfred dann seine erste Klavierstunde und so dauerte es auch nicht lange bis er ab 1942 mit 12- oder 13 Jahren zum ersten Mal an der noch relativ neuen Klais-Orgel saß.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges vertraute Georg Alois Rollmann 1945 seinem Sohn Alfred auch die Leitung des Kirchenchores an, der diesen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu ungeahnten Höhen führte. Man nahm in verschiedenen Formationen an zahlreichen und teils prominent besetzten Wettbewerbssingen teil und erhielt dort stets beste Bewertungen. Neben dem Kirchenchor war Alfred Rollmann auch in der Sängervereinigung als Vizedirigent aktiv und leitete weitere Chöre außerhalb Pflaumheims.

Als er 2011 die Chorleitung an Oliver Zahn übergab, lagen rund 65 Jahre Dirigententätigkeit hinter Alfred Rollmann, der danach noch für einige Jahre die Orgelbegleitung übernahm und seinen Nachfolger dadurch enorm unterstützte.

Ohne übertriebenen Personenkult zu betreiben darf man Alfred Rollmann als Glücksfall für die Pfarrei St. Luzia bezeichnen, der auch heute mit 94 Jahren noch immer rege am Pfarreileben teilnimmt und uns mit seinen Zeitzeugenberichten wertvolles Gedächtnis ist.

Berufliche Veränderungen bei Chorleiter Oliver Zahn und Corona führten dann vor ein paar Jahren dazu, dass der Pflaumheimer Kirchenchor zunächst mit der Großostheimer Schola fusionierte, was nach dem Abschied des Chorleiters von beiden Chören auch wegen der Verschiedenartigkeit der jeweils  bevorzugten Chorliteratur wieder rückgängig gemacht wurde.

Für das Jahr 2024 sind im Sommer Konzerte eines eigens gebildeten Projektchores geplant. Nach den Konzerten darf man ganz zart auch auf das Fortbestehen des Kirchenchores hoffen.

Seit 2007 gibt es in der Pfarrei St. Luzia mit der 2012 auf den Namen „Canta Lucia“ getauften Schola einen zweiten Chor. Dieser wird seit seiner Gründung von Johannes Kraiß geleitet, der ja ebenfalls als Organist tätig ist und mit seinem Orgelspiel die Gottesdienstbesucher zumeist bei Sonn- und Festtagsgottesdiensten begeistert. Die zunächst als gemischter Chor geplante Schola hat sich mangels männlicher Bewerber ab 2010 als reiner Frauenchor weiterentwickelt, der über die Grenzen des Bachgaus hinaus viele Anhänger hat, die oft nur wegen des Chorgesangs zu den Gottesdiensten nach Pflaumheim kommt oder dahin, wo der Chor zur Gestaltung von Gottesdiensten, Hochzeiten oder Roratemessen angekündigt ist.

Die Pflaumheimer Chorleiter und Organisten Johannes Kraiß und Oliver Zahn haben ja gemeinsam auch außerhalb der Kirche bereits einige begeisternde Musikprojekte (2012 – Klanglichter im Advent, 2013 – Wunder geschehn, 2014 – Des Herren Lob sei unser Lied) auf die Beine gestellt und so darf man schon jetzt auf den Projektchor 2024 gespannt sein, für den sich neben zahlreichen Mitgliedern des Kirchenchores und „Canta Lucia“ auch zahlreiche Sängerinnen und Sänger der Nachbargemeinden zusammen gefunden haben.

Der Projektchor wird zunächst die Osternacht am 30.3.2024 mitgestalten und dann Anfang Juli 2 Konzerte in der St.-Luzia-Kirche geben, so dass in unserer Pfarrei die Highlights auch nach dem Jubiläumsjahr weitergehen.

 

 

 

 

Bachgau-Bote 12.10.2023

 

Wie im Himmel.....

......heißt ein Oscar-nominierter Film aus dem Jahr 2004 in dem es grob gesagt um den perfekten Ton geht. So ähnlich ist es auch bei der Königin der Musikinstrumente, wie eine Orgel gern bezeichnet wird.

Seit 2017 sind Orgelmusik und Orgelbau von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. Und auch bei uns in Pflaumheim hat die kirchliche Orgelmusik eine sehr lange Tradition, die sogar weit über die Geschichte der St.-Luzia-Kirche und der Pfarrei hinaus geht.

Vom Pflaumheimer Ehrenbürger Josef Schuck wurde für sein in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erschienenen Heimatbuch „Pflaumheim im Bachgau“ recherchiert, dass es in der kleinen Dorfkirche bis 1736 eine kleine tragbare Orgel gab, die er als „Regal“ bezeichnete und wegen ihres geringen Tonumfangs durch eine Orgel aus Dieburg ersetzt wurde.

Bei der Erweiterung der Kirche wurde 1774 die erste von 2 Orgeln des Großostheimer Orgelbauers Konrad Zahn angeschafft, der auch die nächste im Jahr 1805 installierte Orgel gebaut hat, welche dann bereits über 13 Register verfügte. Mit dem Verkauf der Orgel von 1774 konnte man einen erheblichen Teil der Kosten für die neue Orgel decken.

Die nächste Orgel wurde dann am Pfingstfest des Jahres 1886 eingeweiht und war von der Würzburger Orgelbaufirma Schlimbach gebaut worden. Zudem gab es auch ein neues Gehäuse, was zusätzliche Möglichkeiten eröffnete.

Mit der deutlichen Vergrößerung der neu geweihten St.-Luzia-Kirche war schnell klar, dass man eine größere Orgel brauchen würde, doch fehlten dazu im Jahr 1920 die Mittel, zumal von der sich in Gründung befindenden Pfarrei St. Luzia ja auch noch ein Pfarrhaus gebaut werden musste.

So dauerte es bis ins Jahr 1939, als die Kirchenverwaltung am 19.3. beschloss, bei der Orgelbaufirma Klais in Bonn eine neue Orgel zu bestellen. Fach- und sachkundig wurde man auch vom damaligen Großostheimer Pfarrer Alexander Sauermann beraten.

Eingeweiht wurde die neue Klais-Orgel im August und als im September der unsägliche 2. Weltkrieg begann, war man über die Entscheidung der Kirchenverwaltung im Frühjahr erst recht froh, denn nach Kriegsbeginn hätte sich die Anschaffung einer neuen Orgel sicherlich um einige Jahre verzögert.

Fast 50 Jahre später wurde die Klais-Orgel im Jahr 1988 um ein Schwellwerk erweitert, über das aber bereits ab Anfang der 70er Jahre nachgedacht worden war. Erste richtige Initiativen von Pfarrer Leo Giegerich und Kirchenchorleiter Alfred Rollmann sind aus dem Jahr 1982 überliefert. 1986 wurde dann der Auftrag zur Erweiterung der Orgel in Auftrag gegeben, die stolze 250.000 DM gekostet hat und nur durch einige größere Spenden und dem Zuschuss der Diözese zu finanzieren war.

Die erweiterte Orgel wurde am 1. Advent 1988 eingeweiht und am 3. Advent wurde ein großes Orgelkonzert zu Gunsten der neuen Orgel veranstaltet.

Somit dürfen wir uns seit 35 Jahren über den tollen Klang unserer Klais-Orgel freuen, für den natürlich auch und vor allem unsere Organisten verantwortlich sind, wie wir dies gerade an den letzten beiden Wochenenden an Erntedank und Kirchweih beim Spiel von Johannes Kraiß (seit 2003) erleben durften.

Daneben sind aus Pflaumheim derzeit noch Bettina Prisching (seit 1988) und Oliver Zahn (seit 1984) an der Orgel aktiv. Unterstützt wird das Pflaumheimer Trio bei terminlicher Verhinderung von Organisten aus den anderen Bachgaupfarreien oder dem weiteren pastoralen Raum.

Über viele Jahre waren es hauptsächlich die Lehrer, die für das Orgelspiel in der Kirche verantwortlich waren. Erster überlieferter Name ist Schulmeister Simon Wüst (1750-1800). Dann gibt es in den Aufzeichnungen eine Lücke, bis 1913 Hauptlehrer Emil Martin (bis 1926) und Hauptlehrer Josef Schuck (1915-1938/39) als Organisten erwähnt wurden.

Die Zeit der Lehrer als Organisten endete mit Albert Rollmann (1938/39), Emil Rollmann (1938-1941), und Albert Hock (1941-1943).

1942 begann dann die „Organistenlaufbahn“ von Alfred Rollmann, der in den 50er Jahren dann auch den Kirchenchor von seinem Vater übernommen hat und mit diesem zusammen mit seinem Orgelspiel unzählige Gottesdienste bereicherte. 2011 hat Alfred Rollmann den Kirchenchor an Oliver Zahn „übergeben“, blieb der Pfarrei aber auch danach noch als Organist erhalten und brachte es somit letztlich auf fast 80 Jahre an „seiner“ Klais-Orgel.

Weitere langjährige Organisten waren der auch als Ortschronist bekannte und in vielen Vereinen aktive Lothar Rollmann (ab 1945 ca. 50 Jahre), Heribert Rollmann (ab 1957 ca. 55 Jahre) und Eduard Neuburger (ab 1973 ca. 20 Jahre).

Die Orgel- und Organistengeschichte ist also um einiges länger als die Geschichte der Pfarrei, die sich mit tollem Orgelklang aber hoffentlich noch oft „wie im Himmel“ fühlen darf und den dafür verantwortlichen Frauen und Männern schon im Voraus ein herzliches Vergelt’s Gott schickt.

 

 

Bachgau-Bote  5.10.2023

 

Wem is die Käbb

Am kommenden Sonntag feiern wir in Pflaumheim wieder den Weihetag unserer Kirche, nach der Weihe der St.-Luzia-Kirche am 12. Oktober 1920 zum insgesamt 123. Mal.

Seit 1953, also seit 70 Jahren, wird die Kirchweih immer am zweiten Sonntag im Oktober gefeiert, nachdem zuvor immer im November rund um „Martini“ gefeiert wurde, dem Datum der allgemeinen Diözesan-Kirchweih.

Traditionell wird an Kirchweih auch die Verbundenheit von kirchlichem und weltlichem Leben gefeiert und durch die Teilnahme der Fahnenabordnungen am Festgottesdienst zum Ausdruck gebracht, welcher dann oft durch Chöre und zahlreiche Priester festlich gestaltet wurde.

Oft wird heutzutage vergessen, dass die „Käbb“ ein kirchliches Fest ist. Diakon Reinhold Deboy versuchte dem ein wenig entgegen zu wirken und so gibt es seit 2011 eine Wort-Gottes-Feier für die Käbb-Borschte, zu der sich am kommenden Sonntag (8.10.) auch in diesem Jahr wieder alle Käbb-Borschte, Käbb-Pedder mit Freunden und Angehörigen um 13 Uhr in der St.-Luzia-Kirche versammeln, um mit Diakon Ralf Hartmann den kirchlichen Hintergrund dieses Festes zu feiern. „Die Ploimer Käbb, die Ploimer Käbb, die Ploimer Käbb is do, woas soan die Leid so froh, halihalo…..“ So werden die Käbb-Borschte wieder von Freitag bis Montag singen und dürfen in der Wort-Gottes-Feier erfahren, warum die Leute so froh sein dürfen.

Vorher findet um 10.30 Uhr der Festgottesdienst statt, zu dem die ganze Pfarrgemeinde herzlich eingeladen ist, um sich in Dankbarkeit zu erinnern, was unsere Vorfahren in den Jahren am Anfang des 19. Jahrhunderts geleistet haben.

Es ist schon wieder 3 Jahre her, dass wir im Corona-Jahr 2020 mit Domkapitular Clemens Bieber den 100. Geburtstag der St.-Luzia-Kirche gefeiert haben, die ja schon vor Gründung der Pfarrei fertig gestellt und geweiht worden war.

Viele Ploimer sind stolz auf ihre gern auch mal als „Bachgau-Dom“ bezeichnete Kirche, die also am kommenden Wochenende einmal mehr im Mittelpunkt stehen soll.

 

Und so lautet die Frage zum Schluss nicht „Wem is die Käbb“ sondern „Warim feiern me Käbb?"

 

 

 

Bachgau-Bote  28.9.2023

 

Fünfter und letzter Ploimer Pfarrer

Nach Anton Bieber (Pfarrer vom 19.6.1923 - 25.5.1952), Karl Josef Barthels (1.7.1952 - 15.5.1965), Ambros Buhleier (5.4.1965 - 7.2.1973) und Leo Giegerich (26.3.1973 - 15.5.1987) wurde Fridolin Helbig per 1. Oktober 1987 zum fünften Pfarrer von Pflaumheim ernannt, obwohl er zu diesem Zeitpunkt für eine Pfarrerstelle eigentlich noch nicht vollständig ausgebildet war. Erst 2003 wurde er dann doch noch in die entsprechende Priesterkategorie befördert, wohl aufgrund seiner Anzahl an Dienstjahren.

Offiziell wurde Pfarrer Fridolin Helbig der Pfarrei am 20.9.1987 vorgestellt und sehr feierlich eingeführt. Er übte das Priesteramt in Pflaumheim bis zum 7.8.2005 aus und war nach Dienstjahren nach Pfarrer Bieber also am längsten in St. Luzia. Völlig überraschend hatte er in diesem Sonntagsgottesdienst angekündigt, dass er aus gesundheitlichen Gründen für längere Zeit weg gehe. Nach seiner Rückkehr trat er kaum noch in Erscheinung und ging am 1.3.2007 in den Ruhestand. Am 28.10.2007 wurde er in Pflaumheim offiziell verabschiedet und zog im März 2008 aus dem Pfarrhaus aus.

Sicher hatte bei seiner Einführung im Jahr 1987 noch niemand gedacht, dass Fridolin Helbig der letzte eigenständige Pflaumheimer Pfarrer sein sollte, doch nach und nach begann sich die Priesterknappheit auszuwirken, so dass Priester so ab der Jahrtausendwende mehrere Pfarreien übernehmen und zu sogenannten Pfarreiengemeinschaften zusammenführen mussten.

Der fränkische Landsmann Fridolin Helbig wurde am 5.7.1936 in Hesselbach bei Schweinfurt geboren, wo er nach seinem Tod am 16.9.2020 auch beigesetzt wurde.

1964 war er als Pater des Ordens der Missionare von der Heiligen Familie zum Priester geweiht worden.

Die Pfarrei St. Luzia war für Fridolin Helbig die erste Seelsorgsstation als Priester, nachdem er zuvor von 1965 bis 1972 in einem bischöflichen Knabenseminar in Äthiopien Lehrer war. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland absolvierte er in Mainz ein Studium in Geografie und Englisch und ließ sich zum Konzertsänger ausbilden. Bevor er nach Pflaumheim kam, unterrichtete er von 1981 bis 1987 an verschiedenen Realschulen.

In seinen Predigten merkte man ihm später oft den Lehrer an, denn es war ihm wichtig, den Gottesdienstbesuchern zeitgemäße Theologie zu vermitteln und dabei bediente er sich oft den Naturwissenschaften.

Die Führung einer Pfarrei fiel Fridolin Helbig nicht leicht und so gab es fast zwangsläufig Probleme in der Zusammenarbeit mit Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat.

Im Verlauf des Kosovokrieges 1998/1999 stellte Fridolin Helbig das Benefiziatenhaus für Flüchtlinge zur Verfügung und unterstützte diese wo und wie er nur konnte.

Bis 1992 wurde Fridolin Helbig von Oberstudienrat Ludwig Heilmann unterstützt, der somit insgesamt 3 der 5 Pflaumheimer Pfarrer begleitet hatte.

Mit der Erkrankung von Fridolin Helbig wurden die Pfarreien Pflaumheim und Wenigumstadt ab August 2005 vom Kapuzinerpater Matthias Doll seelsorgerisch betreut. Bis der für die polnische Gemeinde am Untermain zuständige Kaplan Walenty Cugier (wurde gerade erst am 3.9.2023 verabschiedet) ins Ringheimer Pfarrhaus einzog, war Matthias Doll auch für die Seelsorge in Ringheim zuständig. Pfarradministrator für die Pfarreien Pflaumheim, Ringheim und Wenigumstadt ist vom 1.10.2005 bis zum 1.10.2008 Pfarrer Werner Schwarzkopf in Stockstadt.

Pater Matthias Doll hatte als Seelsorger der deutschen Fußballnationalmannschaft während der erfolgreichen Weltmeisterschaft 1990 in Italien bundesweite Bekanntheit erlangt, war nach einem Fahrradunfall im Jahr 1992 aber leider etwas gehandicapt. Er zeichnete sich durch originelle und bisweilen kritische Predigten aus und suchte die Nähe der Menschen, oft auch bei Speis und Trank, wozu er sich immer wieder gern einladen ließ.

Aus den Pfarreien Pflaumheim, Ringheim und Wenigumstadt entstand nach zahlreichen Gremiumssitzungen die Pfarreiengemeinschaft „Regenbogen im Bachgau“, die am 24. Oktober 2010 offiziell errichtet und besiegelt wurde. Im Beisein von Domkapitular Christoph Warmuth wurde die Urkunde von dem bereits am 4.10.2008 in der Pfarreiengemeinschaft eingeführten Pfarrer Thomas Wollbeck sowie den Vorsitzenden der 3 Kirchenverwaltungen unterschrieben.

Nach nicht ganz 12 „Regenbogen-Jahren“ wurde im Januar 2022 aus den Pfarreien Großostheim, Kleinostheim, Mainaschaff und Stockstadt sowie der Pfarreiengemeinschaft Regenbogen im Bachgau der Pastorale Raum Aschaffenburg-West gegründet. Hier gibt es die Untergliederungen Bachgau (mit den Gemeinden Großostheim, Pflaumheim, Ringheim und Wenigumstadt) und Maintal (mit den Gemeinden Kleinostheim, Mainaschaff und Stockstadt).

Man darf gespannt sein, wie sich die pastoralen Räume der Zukunft entwickeln, wo diese doch von der Fläche her immer größer und von der Anzahl der gläubigen Christen immer kleiner zu werden drohen. Doch Gottes Wege sind unergründlich.

 

 

Bachgau-Bote 21.9.2023

 

Neuer Pfarrer im Jubiläumsjahr

Die Planungen zum 50-jährigen Jubiläum der Pfarrei St. Luzia wurden durch Erkrankung und Tod von Pfarrer Ambros Buhleier im Februar 1973 erheblich beeinträchtigt.

Das neue Pfarrheim stand vor der Fertigstellung und sollte im Rahmen der Festlichkeiten zum Pfarreijubiläum eingeweiht werden.

Nun musste man aber erst mal abwarten, wer in der seinerzeit so euphorischen Pfarrei neuer Pfarrer wird, welche während der Krankheit von Ambros Buhleier von Oberstudienrat Ludwig Heilmann sowie Pfarrverweser Ernst Helfrich seelsorgerisch betreut wurde.

Ludwig Heilmann wohnte seit 1965 in Pflaumheim, davon von 1969 bis 1992 im Benefiziatenhaus und war in all den Jahren eine überaus wichtige Unterstützung für die jeweiligen Priester. Er war bei der Pflaumheimer Bevölkerung sehr beliebt und verbrachte seinen Ruhestand nur kurz in Pflaumheim, zog im Herbst 1992 nach Höchberg und 2005 in ein Pflegeheim des Arbeiter-Samariter-Bundes. Am 16.3.2016 verstarb er im Alter von 85 Jahren.

Glücklicherweise dauerte es im Jubiläumsjahr 1973 nach dem Tod von Pfarrer Buhleier dann aber nur knapp 7 Wochen bis die Pfarrei St. Luzia mit dem aus Großwallstadt stammenden Leo Giegerich ab dem 26.3. wieder einen neuen Pfarrer hatte, der aber erst am 5.8. offiziell und feierlich eingeführt wurde.

Pfarrer Giegerich übernahm mit dem neu gebauten Jugend- und Pfarrheim, welches im September 1973 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum eingeweiht und den Namen Ambrosiushaus erhalten hat, eine sehr schwere Aufgabe, denn die Pfarrei hatte sich durch den Neubau eine große Schuldenlast aufgeladen.

Fortan stand Pfarrer Giegerich bei nahezu jeder Veranstaltung der Pfarrei mit Josefine Zeller, die als Grundschullehrerin vielen Pflaumheimer Generationen Lesen und Schreiben beigebracht hat und nebenbei das Pfarrbüro leitete, hinter der Theke. Darüber hinaus entwickelte man viele kreative Ideen zur Schuldentilgung und organisierte unter anderem große Bastelaktionen, die ebenfalls gute Erlöse erzielten. So konnte man tatsächlich schon bald wieder über neue Investitionen nachdenken.

Und deshalb wurde 1981 die Umgestaltung des Altarraumes in Angriff genommen. Auch mit dieser machte sich Pfarrer Giegerich in Pflaumheim sehr beliebt, nachdem unter Pfarrer Buhleier 1967 der alte Hochaltar entfernt und Josef- und Marienaltar an die Seite gestellt wurden, wo früher Antonius- und Kriegeraltar standen, was damals in der Bevölkerung sehr umstritten war. Deshalb waren viele wirklich froh, dass Marien- und Josefsaltar 1981 wieder an ihre ursprünglichen Plätze versetzt, ein neuer Hauptaltar angeschafft und eine Luzia-Statue auf der linken Seite neu aufgestellt wurde. Insgesamt konnten für diese Maßnahmen bereits wieder rund 400.000 DM investiert werden, die sicherlich auch durch Zuschüsse gedeckt waren. Auch 42 Jahre nach der letzten Umgestaltung präsentiert sich der Altarraum der Pflaumheimer St.-Luzia-Kirche in der von Pfarrer Giegerich initiierten Umgestaltung.

Pfarrer Giegerich verfasste auch einige kleinere Schriften über die Pfarrei- und Kirchengeschichte. Sein sogenanntes „Büschelsche“ wurde als Geschenk für Altersjubilare verteilt und vor einigen Jahren vom Geschichtsverein erneuert und ergänzt.

Zum Ende seiner Zeit in Pflaumheim wurde auch noch die Orgel erweitert, so dass man durchaus sagen kann, dass Pfarrer Giegerich in Pflaumheim viele Spuren hinterlassen hat, denn auch die Finanzierung der Orgelerweiterung war gesichert.

Nach der kräftezehrenden Zeit in der Pfarrei St. Luzia Pflaumheim wollte Pfarrer Giegerich mit 60 Jahren noch mal etwas Neues ausprobieren und wechselte in eine etwas kleinere Pfarrgemeinde nach Weilbach, wo er bis 1997 wirkte und ebenfalls sehr beliebt war, was eine große Teilnehmerzahl an der Beisetzung zum Ausdruck brachte.

1997 kehrte Leo Giegerich in den Bachgau zurück und übernahm die Seelsorge im Caritas-Seniorenheim St. Franziskus, wo er am 25.10.2022 einen Tag nach seinem 95. Geburtstag verstarb. Unter großer Anteilnahme auch vieler Ploimer Bürger wurde er am 29.10. in Großwallstadt beigesetzt.

Zuvor hat er bis ins hohe Alter die Priester im Bachgau, Niedernberg und Großwallstadt unterstützt, immer wieder gerne ausgeholfen und sich nach den Gottesdiensten oft noch lange mit den Menschen unterhalten.

 

Denn Leo Giegerich war ein Priester für die Menschen, bescheiden, demütig, großzügig und sich nie in den Mittelpunkt stellend.

 

 

Bachgau-Bote 14.9.2023

 

Pfarrheime in Pflaumheim

Aus der engagierten Ministrantenarbeit eines Josef Steinlechner entwickelten sich direkt nach Beendigung des unsäglichen 2. Weltkriegs weitere Jugendgruppen, die ganz im Zeichen des christlichen Glaubens agierten. Spiel, Sport, Feiern, Wanderungen, Zeltlager, Theater und viele religiöse Zusammenkünfte sorgten für ein starkes Gemeinschaftsgefühl und um 1950 wurden bereits 14 Jugendgruppen mit ca. 200 Mitgliedern gezählt, die ihre Aktivitäten aber oft in Privatwohnungen oder in der Sakristei und anderen dafür eigentlich nicht vorgesehenen Räumlichkeiten abhalten mussten.

So entstand also schnell der Wunsch nach einem Jugendheim. Der später in Brasilien als priesterlicher Missionar lebende Robert Ostheimer überzeugte Pfarrer Bieber von der Wichtigkeit einer festen Bleibe für die Jugend.

Und so erfolgte im September 1950 der erste Spatenstich auf einem kircheneigenen Acker am Bergweg, der heutigen Rudelzauerstraße. Mit großer Begeisterung arbeiteten die Jugendlichen zusammen mit Pfarrer Bieber nahezu täglich auf der Baustelle mit, so dass die Kosten in Grenzen gehalten werden konnten.

Nach nur 11 Monaten wurde das neue Jugendheim bereits im August 1951 auf den Namen des Heiligen St. Christopherus eingeweiht. Das Christopherusheim wurde in der Folge von den Jugendgruppen rege genutzt, doch schnell wurde klar, dass der Gemeinde auch weiterhin ein größerer Pfarrsaal fehlt, woran sich aber bis 1973 nichts ändern sollte.

Auch der 1965 als Pfarrer nach Pflaumheim gekommene Ambros Buhleier brauchte dann noch 4 Jahre, bis er die Gremien von der Notwendigkeit eines Pfarr- und Jugendheims mit größerem Saal überzeugen konnte, dessen Bau im November 1969 beschlossen wurde. Die Planungen begannen 1970 und der Bau im April 1971. Nach schwerer Erkrankung verstarb mit Pfarrer Ambros Buhleier der wichtigste Antreiber dieses großen Projekts am 7. Februar 1973 und konnte die Einweihung des wirklich tollen Pfarrheims leider nicht mehr erleben, welches dann in Erinnerung an seinen Initiator den Namen Ambrosiushaus erhielt.

Auch in der Bauphase des Ambrosiushaus konnte man wieder an jedem Abend und an jedem Wochenende zahlreiche ehrenamtliche Helfer begrüßen, zum Teil die gleichen Leute, die schon beim Bau des Christopherusheimes geholfen hatten.

Mit einem einwöchigen Festprogramm wurde das Ambrosiushaus im September 1973 eingeweiht.

In den Folgejahren machte sich der neue Pfarrer Leo Giegerich um das Ambrosiushaus sehr verdient und unzählige Male sah man ihn zusammen mit der Grundschullehrerin und Pfarrsekretärin Josefin Zeller hinter der Theke stehen.

Schnell entwickelte sich das neue Pfarrheim zum Stolz der Pfarrgemeinde und über viele Jahre gab es kaum ein Wochenende ohne Veranstaltung und auch an den Werktagen war einiges los. Die legendären Faschingsbälle mit tollsten Dekorationen sind gewiss noch manchem in guter Erinnerung.

Die Jugend hatte nahezu ideale räumliche Möglichkeiten durch mehrere Gruppenräume im Untergeschoss und nutzte die Säle zu wöchentlichen Clubtime-Treffen oder monatlichen Discoveranstaltungen, zu der junge Menschen aus dem ganzen Landkreis geströmt kamen. Außerdem wurden regelmäßige Filmabende angeboten.

Ebenfalls im Untergeschoss wurden für den neu gegründeten Kegelverein Räumlichkeiten integriert, in denen später verschiedene Gastronomiegeschäfte betrieben wurden und die zuletzt von der KjG genutzt wurden.

Durch die Aufteilung des Obergeschosses in einen größeren und einen kleineren Saal konnten Veranstaltungen aller Art angeboten werden, sei es ein Bastelabend vor Weihnachten oder Diskussionsabende, Vorträge und vieles mehr.

Ja, ja...... die guten alten Zeiten, die aber wahrscheinlich auch nicht immer nur gut waren.

Etwa zum Jahrtausendwechsel hatte das Ambrosiushaus etwas seinen Charme verloren und die Zahl der Veranstaltungen wurden geringer, was natürlich auch den ersten Anzeichen rückläufigen kirchlichen Lebens und ehrenamtlichen Engagements geschuldet war.

Immer größer werdende bauliche Verpflichtungen gingen dann einher mit immer weniger Einnahmen, so dass in den Pfarreigremien irgendwann der Gedanke nach einer Neuorientierung reifte.

Sehr optimistisch gingen die Pfarreiverantwortlichen in die Gespräche mit der Marktgemeinde, um sich über einen Tausch des Ambrosiushauses mit dem Gelände an der Schulgasse auszutauschen. Dass dies nicht geklappt hat, darf man durchaus der fehlenden Unterstützung unseres Bistums in Würzburg zuschreiben.

Die aktuelle Situation rund ums Ambrosiushaus wurde in den vergangenen Wochen im Bachgau-Bote durch Erklärungen unserer Kirchenverwaltung sowie des potentiellen Käufers deutlich. Demnach bliebe für uns als Pfarrei zumindest die Möglichkeit gegeben, uns für die eine oder andere Veranstaltung einzumieten.

Für die Aktivitäten der Jugend werden Räumlichkeiten im Pfarrhaus zur Verfügung gestellt und entsprechend baulich hergerichtet.

An der Geschichte der Pflaumheimer Pfarr- und Jugendheime wird einmal mehr deutlich, dass das Leben ein ständiger Wandel ist und dieser mal zum Guten ist und manchmal auch weniger Gründe zur Freude mit sich bringt.

 

 

 

Bachgau-Bote  20.7.2023

 

Droben stehet......

Ältere können sich gewiss noch an die Aktion „Droben stehet......“ erinnern, mit der „Schneidermichel“ Friedbert Zahn auf seine unnachahmliche Art Spenden für die Anna-Kapelle gesammelt hat.

266 Spender aus allen Ortsteilen schafften zusammen die stolze Summe von über 21.000 Euro, welche die umfassende Renovierung 2004/2005 zusammen mit unglaublich vielen Eigenleistungen möglich gemacht hat. Ein Betrag, der in heutigen Zeiten gewiss nicht mehr zu erreichen wäre.

Bevor sich unsere „100-Jahre-Kolumne“ bis September in die Sommerpause verabschiedet, werfen wir heute also einen Blick auf die Anna-Kapelle, die in den 100 Jahren der Pfarrei St. Luzia immer wieder eine bedeutende Rolle gespielt hat, immer noch spielt und eine eigene und viel längere Geschichte vorzuweisen hat als die Pfarrei selbst.

Die Anna-Kapelle steht auf einem der schönsten Flecken im ganzen Bachgau und bietet eine wunderbare Aussicht in alle Richtungen.

Am kommenden Mittwoch, den 26. Juli können die Teilnehmer des Gottesdienstes zum Anna-Tag diese Aussicht wieder ausgiebig genießen und sich an der Schönheit der Schöpfung im Bachgau erfreuen.

Jahr für Jahr wechseln sich die Pfarreien Großostheims und Pflaumheims bei der Ausrichtung dieses zumeist sehr gut besuchten Gottesdienstes ab und laden danach dann immer wieder auch zu einem Verweilen in guter Gemeinschaft ein.

Die Anna-Kapelle wurde am aktuellen Standort in der jetzigen Form nach rund 2-jähriger Bauzeit im Jahr 1847 eingeweiht, nachdem eine ältere Kapelle in der Hockshohle vermutlich wegen Baufälligkeit abgerissen worden war. Diese war wohl im Jahr 1503 erbaut worden und ist ein Beleg für die im Bachgau schon über viele Jahrhunderte existierende Verehrung der heiligen Anna.

Da die Anna-Kapelle den Witterungen ungeschützt ausgesetzt ist, waren immer wieder umfangreiche Renovierungsarbeiten nötig (zuletzt 2004/2005 und 2020/2021), um die oft besuchte Kapelle sehens- und besuchenswert zu erhalten.

Nachdem die Kapelle mit der Gebietsreform 1978 von der selbständigen Gemeinde Pflaumheim in das Eigentum der Marktgemeinde Großostheim übergegangen ist, zeigte sich diese am Erhalt dieses Kleinods bisher immer sehr interessiert und hat nötige Arbeiten stets entsprechend unterstützt. Wir glauben fest daran, dass die Marktgemeinde nicht nur in neue Denkmäler investiert, sondern auch bestehendes Kulturgut erhält.

Betreut wird die Anna-Kapelle von der Pfarrei St. Luzia Pflaumheim, die oft Spendenaktionen organisiert und ehrenamtliche Mitarbeiter gefunden hat, um die Anlage innen und außen in Schuss zu halten. Namentlich seien hier Hubert Hock, Gisela und Erhard Ostheimer, Meta und Friedbert Zahn, Michaela und Dr. Jens Neidert sowie aktuell Martina und Rolf Habicht zu nennen.

Bedauerlicherweise wird diese ehrenamtliche Arbeit immer wieder auch mal mit Vandalismus konfrontiert, was auch schon zu Überlegungen geführt hat, die Anna-Kapelle abzuschließen, was den Wirrköpfen dieser Zeit gewiss aber auch keinen Einhalt bieten würde.

Das „Oanna-Heissje“ ist ein wahres Schmuckstück und wegen der herrlichen Aussicht Ziel vieler Spaziergänger. Angeblich hat auch der Kronprinz und spätere bayerische König Ludwig I. bei seinen Besuchen in der Umgebung stets an der Anna-Kapelle inne gehalten, um den schönen Rundblick über das Maintal zu genießen.

Oft wird die Rast zu einem kurzen Gebet genutzt und es wird eine Kerze entzündet, in der Hoffnung, dass der Rauch der Flamme Sorgen und Wünsche „nach oben trägt“.

Die KjG entzündet an der Anna-Kapelle das Johannisfeuer und manchmal finden dort religiöse und gesellschaftliche Feiern von Kindergarten und Schule statt. Auch privat wird dort oft gefeiert und manchmal hinterher sogar aufgeräumt.

Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden. Auf jeden Fall gehört die Anna-Kapelle ganz fest zur 100-jährigen Geschichte der Pfarrei und wird gewiss auch weiterhin eine große Rolle im kirchlichen Alltag der Pfarrei St. Luzia spielen (Bittprozession, Wallfahrt, Anna-Tag etc.), die speziell den Innenraum der Kapelle durch ehrenamtliche Mitarbeiter in Schuss und besuchenswert hält.

Die Heilige Anna ist übrigens als die Mutter Marias Schutzpatronin aller Mütter. Der 26. Juli ist auch Gedenktag für ihren Gemahl, den heiligen Joachim, der dementsprechend als Schutzpatron der Väter verehrt wird. Gemeinsam wollen wir also die Großeltern Jesu am kommenden Mittwoch (26.7.) feiern, in der Hoffnung, dass wir noch lange sagen und schreiben können: „Droben stehet........."

 

 

 

Bachgau-Bote  13.7.2023

 

Du bist auf dem Holzweg

Am kommenden Samstag, den 15. Juli wurde Pfarrer Anton Bieber vor genau 100 Jahren ganz offiziell und feierlich in Pflaumheim eingeführt.

Der Ort hatte sich dem Anlass entsprechend herausgeputzt und empfing den ersten Pfarrer der noch jungen Pfarrei voller Vorfreude. Bis zu seinem überraschenden Tod am 25. Mai 1952 drückte dieser der Pfarrei St. Luzia seinen Stempel auf und hinterließ seinen Nachfolgern eine wahrlich gut aufgestellte Pfarrei.

Allerdings konnte Pfarrer Bieber erst mal noch nicht in sein Pfarrhaus einziehen.

Der Bau eines Pfarrhauses war zwar bereits am 21.11.1921 beschlossen worden, doch mitten in der Inflation dauerte es in wirtschaftlich sehr schweren Zeiten recht lange bis die Finanzierung gesichert war. Spenden kamen sogar aus Amerika. Es wurden Wertgegenstände verkauft sowie Frucht- und Getreidesammlungen organisiert. Teilweise wurde sogar der Lohn an die Arbeiter in Naturalien ausgezahlt. Im Klingelbeutel befanden sich teilweise mehrere Billiarden Mark, doch der Wert dieser Unsummen hielt sich in sehr bescheidenen Grenzen.

Doch trotz all dieser Schwierigkeiten und nicht gerade rosiger Perspektiven erteilte man im März 1923 der Pflaumheimer Baufirma Johann Rachor den Auftrag zum Baubeginn, nachdem der Aschaffenburger Architekt Franz Schmitt die Planungen zum Abschluss gebracht und die Bauleitung übernommen hatte.

Das Pfarrhaus sollte auf dem Holzweg erbaut werden und aus der nahen Dorfmauer wurden Sandsteine geholt. Die Zwischenwände wurden mit selbst gebrannten Backsteinen aus Lehm gemauert. Der aus Pflaumheim stammende und damals in Erlenbach am Main wirkende Pfarrer Augustin Hock meinte bei der Einweihung, „......dass es sich der bucklige alte Holzweg sicher nicht hätte träumen lassen, dass auf ihm mal ein Pfarrhaus stehen würde.“ Und er ergänzte ironisch „…….aber wenn es auch auf dem Holzweg steht, so steht es dennoch auf dem richtigen Platz.“

Bereits am 4. Juli war Richtfest gefeiert worden und nach nicht mal 9 Monaten wurde das Pfarrhaus am Luziatag 1923 feierlich eingeweiht und danach dann auch von Pfarrer Bieber bezogen, nachdem ihm von Kirchenratsmitglied Sebastian Hock der Schlüssel übergeben worden war.

Kirche, Schule und Pfarrhaus bildeten fortan für viele Jahre einen wunderbaren „Dreiklang“, der gleichbedeutend für kurze Wege und eine enge Zusammenarbeit war.

Nach Pfarrer Bieber wohnten auch noch dessen Nachfolger Barthels, Buhleier, Giegerich und Helbig im Pfarrhaus, das natürlich auch einige Mal modernisiert wurde. Bis heute dient es als Büro und Anlaufstelle für die Bürger der Gemeinde, wenn diese Gottesdienste bestellen möchten oder Taufen, Hochzeiten oder andere kirchliche Anlässe anmelden wollen, wenngleich man sich gewiss mehr Öffnungszeiten wünschen würde. Dafür ist leider die Bistumsleitung in Würzburg verantwortlich, die einem Ort wie Pflaumheim nun mal nicht mehr Stunden genehmigt. Gewiss ist auch dies ein Grund der Entfremdung der Menschen von ihrer Kirche.

Im Pfarrhaus finden zumeist die Besprechung der Kirchenverwaltung und des Gemeindeteams sowie anderer kirchlichen Gruppierungen (Kinderkirche, Wallfahrt etc.) statt.

Fakt ist außerdem, dass es demnächst noch mehr Leben im Pfarrhaus gibt. Denn das Pfarrhaus soll nach entsprechenden Umbauarbeiten Heimat unserer KjG werden, die nach dem kurz vor der Abwicklung stehenden Verkaufes des Ambrosiushauses keine Bleibe mehr hat. Die KjG muss sich im Pfarrhaus räumlich zwar einschränken, doch die Jugend steht ja für Kreativität und Ideenreichtum und wird sicherlich das Beste aus der Situation machen.

In der Nachbarschaft des Pfarrhauses steht auch das in den 50er Jahren errichtete Benefiziatenhaus, über das wir in einer späteren Ausgabe unserer Jubiläumskolumne berichten werden.

Pfarrhaus und Benefiziatenhaus gehören irgendwie ganz fest zu Pflaumheim und sind auch eng verbunden mit großzügigen Spenden und Stiftungen, die in weitaus schwierigeren Zeiten wie heute den Bau und Erhalt möglich gemacht haben.

Da es Großzügigkeit gerade gegenüber der Kirche in dieser Form schon lange nicht mehr gibt, stellt sich durchaus die Frage, wie lange die beiden Gebäude wohl noch auf dem Holzweg sein und vom Bistum als erhaltenswert eingestuft werden?

 

 

 

Bachgau-Bote  6.7.2023

 

Schlechte Nachrichten

im Jubiläumsjahr

Kurz vor dem Start der Walldürn-Wallfahrt hat die deutsche Bischofskonferenz die aktuellen Statistiken aus dem Jahr 2022 veröffentlicht.

500.000 Austritte aus der katholischen und 380.000 aus der evangelischen Kirche. 276 Kirchenaustritte gab es in Großostheim, darunter 40 in der katholischen Pfarrei St. Luzia Pflaumheim.

Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist in Bayern in den letzten Jahren um fast 75 % zurück gegangen.

Erschütternde Zahlen, die aber doch eigentlich wenig überraschend sind, da die negativen Nachrichten einfach nicht abreißen und das Krisenmanagement in der Kirche einfach nur indiskutabel ist.

Umso besser hat deshalb in diesem Jahr das Motto der Walldürn-Wallfahrt gepasst:

„ICH WILL EUCH ZUKUNFT UND HOFFNUNG GEBEN“.

Und mit diesem Motto sollten wir auch die verbleibenden Monate unseres Jubiläumsjahres angehen und immer wieder darauf verweisen, dass die Arbeit in einer Pfarrei nicht sehr viel mit den Versäumnissen und Abscheulichkeiten in der Institution Kirche zu tun hat. Und hier kann mit gemeinsamem Zupacken immer noch viel erreicht werden.

Lassen wir uns deshalb also nicht entmutigen und laden wir die Menschen immer wieder zu uns ein und machen wir sie auf uns und unsere Pfarreiarbeit neugierig.

Es wäre doch sehr schade, wenn der 100. Geburtstag das letzte große Jubiläum der Pfarrei St. Luzia wäre, oder?

An anderer Stelle des Bachgau-Bote findet man einen Bericht von der bereits erwähnten Wallfahrt vom letzten Wochenende. Und wenn man sich über diesen Bericht hinaus noch mit den Teilnehmern unterhält, wird man die Begeisterung für diese Art von kirchlicher Gemeinschaft und Spiritualität schnell spüren.

Und auch um Gemeinschaft (Communio) und ein gutes Miteinander geht es doch in den Gottesdiensten und den Gesprächen danach.

Das erste Buch des Münchner Pfarrers Rainer Maria Schießler hieß „Himmel, Herrgott, Sakrament – Auftreten statt Austreten“. Den zweiten Teil des Buchtitels gilt es zu beherzigen. Mit dem Austritt aus der Kirche bewirkt man nämlich recht wenig. Für wirkliche Unruhe kann man nur sorgen, wenn man auftritt. Am besten wäre es natürlich, wenn viele auftreten oder mitarbeiten würden.

So wie dies z.B. unsere Ministranten tun, die in den Gottesdiensten und darüber hinaus viel für unsere Pfarrei leisten.

Und mit dem Beispiel unserer Ministranten wollen wir in unserem Jubiläumsjahr auch an all die vielen verstorbenen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter der Pfarrei St. Luzia denken und in deren Andenken gemeinsam für eine gute Zukunft unserer Pfarrei arbeiten und die Hoffnung niemals aufgeben.

Übrigens.......  Anregungen und gute Ideen sind immer willkommen.

 

 

 

Bachgau-Bote  29.6.2023

 

Auf nach Walldürn

Zur 100-jährigen Geschichte der Pfarrei St. Luzia gehört seit 1986 auch die Wallfahrt nach Walldürn.

Nachdem unser Küster Klaus Seitz die Strecke im Jahr davor allein „ausgekundschaftet“ hatte, war er dann 1986 auch treibende Kraft für die erste Fußwallfahrt, die seither nur durch Corona unterbrochen wurde.

Mit dem angehenden Priester Manfred Endres, der damals in Pflaumheim bei Pfarrer Giegerich sein Praktikum absolvierte und inzwischen in Bischofsheim lebt und moderierender Pfarrer der 3 Pfarreiengemeinschaften „Am Kreuzberg", „Immanuel-Hohe Rhön" und „Die Walddörfer" ist und knapp 3 Dutzend Pilgern fing es also 1986 an.

Fortan wollten dann Jahr für Jahr immer mehr mit dabei sein, wenn sich die Ploimer Pilgerschar am Ende der Walldürner Wallfahrtszeit auf den Weg zum „Heiligen Blut“ macht.

Am 25-jährigen Jubiläum der Wallfahrt nahmen im Jahr 2010 ganze 166 Personen teil, bei denen die Bus- und Autopilger noch nicht mal mitgezählt sind. Unvergessen der damals überraschende und äußerst herzliche Empfang durch die Großostheimer Pilger vor der Basilika mit dem tollen Willkommensbanner, gehalten von den Priestern Leo Giegerich und Uwe Nimbler, der im Pilgeramt eine sehr beeindruckende Predigt hielt und der Kirche empfahl, sich an der Wallfahrt zu orientieren, bei der Ökumene gelebt wird und Stand, Herkunft und vor allem Geschlecht keine Rolle spielen.

Nach den Corona-Jahren 2020 und 2021, in denen sich kleinere Gruppen selbständig organisiert hatten, ist im letzten Jahr erstmals wieder eine größere Ploimer Wallfahrergruppe nach Walldürn gelaufen. Und in diesem Jahr können am kommenden Samstag per Bus auch wieder Pilger teilnehmen, für die das Laufen zu strapaziös ist.

Die Fußwallfahrer laufen am Freitag, dem ersten Wallfahrtstag, über die Anna-Kapelle durch den Wald nach Obernburg, wo in der Wendelinuskapelle eine längere Frühstücksrast auf die Pilger wartet. Nach der Mittagspause in Erlenbach geht es durch die Weinberge nach Klingenberg und dann am Main entlang nach Großheubach, wo ein Großteil der Pilger privat oder in der örtlichen Hotellerie übernachtet.

Von dort geht es am zweiten Wallfahrtstag nach Miltenberg, vorbei am dortigen Fernsehturm nach Wenschdorf, wo eine kurze Frühstücksrast auf die sicher wieder deutlich größer gewordene Pilgerschar wartet. Danach geht es über Gottersdorf nach Gerolzahn, wo Mittagspause gemacht wird und die letzte Stärkung für den Endspurt nach Walldürn möglich ist.

Beindruckend an der Ploimer Walldürn-Wallfahrt ist sicherlich, dass Pilger aus vielen verschiedenen Landkreisgemeinden und auch aus dem hessischen Umland teilnehmen.

Vor Corona sind nach der Mittagspause des 2. Wallfahrtstages stets auch die Kommunionkinder des aktuellen Jahres mitgelaufen und waren stets ein belebendes Element auf der Schlussetappe nach Walldürn. Vielleicht lässt sich dies ja in den kommenden Jahren wieder aufgreifen.

Der Pilgergottesdienst in der Walldürner Basilika wird seit vielen Jahren von den Pflaumheimer Ministranten mitgestaltet, die zudem seit 2022 auch eine Wegstrecke übernommen haben.

Für Menschen, die noch nie teilgenommen haben, ist der Begriff „Wallfahrt“ wie vieles rund um die Kirche negativ besetzt. Doch das Miteinander auf dem Weg kann durchaus als vorbildlich bezeichnet werden und wäre sicher ein gutes Beispiel für das Miteinander in unserer von Spaltung so zerrütteten Welt.

Die von vielen Ehrenamtlichen individuell und mühevoll gestalteten Wegstrecken bleiben bei vielen lange in Erinnerung und können später zu guten Helfern im Alltag werden.

Und so drücken wir allen Pilgern, die sich jetzt am Freitag wieder auf den Weg nach Walldürn machen, kräftig die Daumen, auf dass sie gesund und gestärkt mit vielen tollen Eindrücken am Samstag in Walldürn ankommen. Sie werden auf dem Weg gewiss von vielen guten Gedanken und Gebeten aus der Heimat begleitet.

Das sehr passend ausgewählte Motto lautet in diesem Jahr „Ich will Euch Zukunft und Hoffnung geben“.

Und so bleibt zu hoffen, dass die Wallfahrt eine Tradition in der Tradition bleibt.

 

 

 

Bachgau-Bote  22.6.2023

 

Ein „Jungspund“ wird

Pfarrer Nummer 3

Nach dem Abschied von Pfarrer Karl Josef Barthels im Mai 1965 dauerte es nur wenige Wochen, bis Pflaumheim wieder einen Pfarrer hatte.

Am Pfingstsonntag 1965, es war der 5. Juni, wurde der gerade 33 Jahre alt gewordene Ambros Buhleier in Pflaumheim eingeführt und viele dachten wohl, dass er ähnlich lange Pfarrer der Pfarrei St. Luzia Pflaumheim bleiben würde, wie Gründungspfarrer Anton Bieber. Es sollte anders kommen.

Nach Kaplanstellen in Kleinostheim, Laufach und Amorbach war Ambros Buhleier von 1960 bis 1965 Präfekt des Miltenberger Kilianeums und übernahm in Pflaumheim seine erste und letztlich einzige Pfarrersstelle.

Beeinflusst vom Geist des 2. Vatikanischen Konzils wurde unter Pfarrer Buhleier die St.-Luzia-Kirche völlig neu gestaltet. Nüchtern- und Schlichtheit hielten Einzug, was nicht allen gefallen hat. Aber unter Pfarrer Buhleier erhielt die St.-Luzia-Kirche endlich auch eine moderne Heizung, die über fast 50 Jahre treue Dienste tun sollte.

Viele Ploimer trauerten damals um die schönen Marien- und Josefs-Seitenaltäre. Doch der trotz seiner Jugend sehr strenge Pfarrer setzte sich durch und im April 1967 wurde der neue Altar geweiht, über dem das sich heute im Seitenschiff befindende Kreuz hing.

In diese Zeit fielen dann auch die ersten Wahlen eines Pfarrgemeinderats, wobei sich wohl bereits Pfarrer Karl Josef Barthels von Laiengremien helfen ließ.

Der aus Röllbach stammende Ambros Buhleier sah es als notwendig an, dass als Begegnungsstätte unbedingt ein größeres Pfarrheim gebraucht wird und setzte sich mit Unterstützung des Pfarrgemeinderates bei der Kirchenverwaltung durch, so dass 1969 mit den Planungen und 1971 mit den Bauarbeiten begonnen wurde, nachdem das alte Pfarrheim abgerissen worden war.

Ambros Buhleier war voller Energie und Tatendrang und neben seinem Engagement in der Kirche hatten es ihm die Musik sowie auch der Sport und hier vor allem der Fußball angetan.

Unter Pfarrer Buhleier wurden die ersten Pfarreifeste gefeiert und darüber hinaus hatte er noch viele Pläne, die von seiner schweren Krankheit und seinem frühen Tod im Jahr des 50-jährigen Bestehens der Pfarrei St. Luzia aber leider verhindert wurden.

Auch die Fertigstellung des neuen Pfarrheims konnte er nicht mehr erleben, welches dann zu seinen Ehren bei der Einweihung am 23.9.1973 den Namen Ambrosiushaus erhielt.

In seinem Testament, aus dem auf der Begräbnisfeier vom damaligen Dekan Adam Fell verlesen wurde, bedankte er sich, dass er Priester werden durfte, weil er nur in diesem Beruf den Menschen so tiefgreifend helfen konnte. Gleichzeitig entschuldigte er sich aber auch für seine Härte und Strenge, mit der er es ihm aber nur um die Sache ging. Er habe es immer gut gemeint.

Pfarrer Ambros Buhler wurde unter großer Anteilnahme am 10. Februar 1973 in einem damals neu angelegten Priestergrab auf dem neuen Friedhof beigesetzt. Das 2-stündige Requiem wurde mit Lautsprechern auf den Kirchplatz übertragen, weil viele in der Kirche keinen Platz bekamen.

Wie seine Vorgänger Anton Bieber und Karl Josef Barthels hat auch Ambros Buhleier viele Spuren in Pflaumheim hinterlassen, vor allem das in der Anfangszeit so großartige neue Pfarrheim, auf das man in Pflaumheim sehr lange wirklich stolz war. In diesem haben unzählige tolle und völlig unterschiedliche Veranstaltungen stattgefunden und die Jugend hatte fast 50 Jahre lang ein optimales Zuhause.

Mit dem Ambrosiushaus ist auch die Gründung des örtlichen Kegelvereins verbunden, der im Keller des Ambrosiushauses viele große Erfolge feiern konnte und das Ploimer Vereinsleben über den Sport hinaus u.a. mit den Vatertagsfesten enorm bereichert haben.

So wie der Kegelverein wird wohl auch das Ambrosiushaus bald Geschichte sein und so wird neben den Einträgen in den Ortschroniken nur noch der Grabstein auf dem neuen Friedhof an den jungen Pfarrer Ambros Buhleier erinnern, dessen Nachfolger Leo Giegerich ein schweres Erbe erwarten sollte.

 

 

 

Bachgau-Bote 15.6.2023

 

Man muss die Feste feiern......

......wie sie fallen. Und in 100 Jahren Pfarrei St. Luzia wurde wahrlich viel gefeiert.

Vor allem in den 50er, 60er und 70er Jahren waren die Macher in der Pfarrei St. Luzia äußerst kreativ und jedes noch so kleine Jubiläum wurde mit einem Fest gewürdigt.

Unvergessen ist aber vor allem die Zeit, als das neu gebaute Ambrosiushaus ab 1973 über gut ein Jahrzehnt nahezu an jedem Wochenende für kleinere und größere Fest-Veranstaltungen genutzt und auch von anderen Ortsvereinen und für Privatveranstaltungen genutzt wurde.

Filmvorführungen, monatliche Jugenddiscos und wöchentliche „Clubtime“-Veranstaltungen waren gleichermaßen Treffpunkt und Feierlocation für junge Leute und sicherlich erinnern sich viele noch gerne an die denkwürdigen Faschingsbälle im toll geschmückten Ambrosiushaus.

Als die Erbauer des neuen Pfarrhauses ins Rentenaltar vorgerückt waren, erlebte die Seniorenarbeit in Pflaumheim einen unvergleichlichen Boom. Die Eheleute Roswitha und Reinhold Brunn gingen mit ungeheurer Energie vorne weg und dachten sich für ihre Altersgruppe immer wieder neue Aktionen aus und der große Saal im Ambrosiushaus war bei den Seniorennachmittagen oft bis auf den letzten Platz besetzt.

Diese Generation um die Eheleute Brunn, die wie viele anderen verdiente Pfarreimitarbeiter in den letzten Jahren von uns gegangen sind (zuletzt gerade erst Manfred Hohm), haben mit den Pfarrern Bieber, Bartels, Buhleiner und Giegerich für die Pfarrei St. Luzia enorm viel geleistet und dürfen nicht vergessen werden. Sie haben große Fußspuren hinterlassen, die wohl nicht mehr gefüllt werden können.

Lothar Rollmann als Ortschronist hat jahrzehntelang über alle wichtigen Geschehnisse der Pfarrei und des Ortsteils Pflaumheim berichtet und einige Chroniken herausgebracht. Bei den Film- und Fotofreunden gibt es im Archiv viele Bilder und Filmschnipsel, welche die christliche Verwurzelung der Pflaumheimer Leute deutlich machen.

Gott sei Dank gibt es auch heute noch Menschen, die sich für die Pfarrei einsetzen und zur Ehre Gottes bemühen, dass es in Pflaumheim weiterhin kirchliches Leben gibt und vielleicht auch künftig noch Jubiläen und andere Feste gefeiert werden können.

Bereits am kommenden Samstag (17.6.) findet im Schatten des „Bachgau-Doms“, wie unsere St.-Luzia-Kirche immer wieder liebevoll bezeichnet wird, ein Weinabend im idyllischen Kirchgarten statt.

Nach der Vorabendmesse (18 Uhr) lädt das Gemeindeteam dazu recht herzlich ein und hofft sehr auf guten Besuch und eine harmonische Festgemeinschaft in malerischer Kulisse.

Die Bläsergruppe „Brass4Five“ um Markus Stock sorgt für die musikalische Unterhaltung.

Unwahrscheinlich, dass sie auch die Mainzer Faschingshymne „Im Schatten des Doms“ von Thomas Neger im Repertoire haben, welche auf keiner Mainzer Faschingsveranstaltung fehlen darf und deren Refrain bei uns in Ploume sich wohl so anhören würde:

„Wir alle wir leben im Schatten des Doms
und Sankt Luzia singt mit uns ein Halleluja.
Wir halten unsere Kerzen betend hoch in den Wind
und danken, dass wir Gast auf Erden sind.“

 

 

 

 

Bachgau-Bote  4.5.2023

 

= 5 Pfarrer......

......2 Übergangs- und 2 Gemeinschaftspfarrer

Wie Gründungspfarrer Anton Bieber hat jeder seiner Nachfolger in Pflaumheim unauslöschbare Spuren hinterlassen und die Pfarrei auf die ihm jeweils eigene Art und Weise geprägt.

Nach dem unerwartet frühen Tod von Pfarrer Anton Bieber, der das Pfarrersamt in Pflaumheim vom 1923 bis 1952 inne hatte, dauerte es nicht mal 3 Monate bis mit Pfarrer Karl Josef Barthels am 22.8.1952 sein Nachfolger mit großer Prozession und Beteiligung nahezu der gesamten Ortsbevölkerung ins Amt eingeführt wurde.

Der gebürtige Aschaffenburg war damals 45 Jahre alt, wurde 1930 zum Priester geweiht und setzte die Aufbauarbeit in der noch jungen Pflaumheimer Pfarrei unermüdlich und mit eigenen Ideen engagiert fort.

Seine Leidenschaft für die geschichtlichen Hintergründe seiner Wirkungsstätten verdankt Pflaumheim die Herausgabe des Amtsblattes „Pläumer Dorfschelle“ ab 1958. In diesem Jahr fand auch ein großes Heimatfest statt, für das er ebenso maßgebliche Triebfeder war, wie für die Gründung des Vereinsrings 3 Jahre zuvor im Jahr 1955.

Dem bisweilen strengen Pfarrer haben wir es auch zu verdanken, dass in Pflaumheim immer am 2. Sonntag im Oktober Kirchweih gefeiert wurde.

Man erzählt sich, dass Pfarrer Barthels sehr genau darüber wachte, ob seine „Schäfchen“ ihre Beichte abgelegt oder an den Sonntagsgottesdiensten teilgenommen haben. Damals wurde die im Prinzip auch heute noch gültige und nur in der Coronazeit ausgesetzte „Sonntagspflicht“ (Sonntagsgebot) ja doch noch recht ernst genommen und um beim Pfarrer nicht in Ungnade zu fallen, haben die meisten sich dann tatsächlich daran gehalten.

Und ohne die entsprechende Vorbereitung wurde auch kein Kind zur Erstkommunion zugelassen. Die Jubiläumsjahrgänge 1953 und 1963, die am 14. Mai ihr 60- bzw. 70-jähriges Kommunionjubiläum feiern können, werden sich vielleicht daran erinnern und würden bestimmt berichten, dass der Weg zur Erstkommunion damals um einiges tiefgründiger war.

Unter Pfarrer Barthels wurde 1957 das Benefiziatenhaus gebaut, das leider seit vielen Jahren ungenutzt neben dem Pfarrhaus steht.

Weil Pfarrer Barthels leidenschaftlicher Chronist war, gab es zum ersten Mal regelmäßige Pfarrbriefe, in denen auch allgemeine ortsgeschichtliche Belange berücksichtigt wurden, so dass wir viel geschichtliches Wissen über unseren Ort seinem 13-jährigen Wirken verdanken.

1965 wechselte Pfarrer Karl Josef Barthels nach Maßbach, wo er 1990 verstarb und beigesetzt wurde.

Am 6. Mai 1977 wurde Pfarrer Karl Josef Barthels das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

 

 

 

 

 

Bachgau-Bote  27.4.2023

 

= auch 100 Jahre Erstkommunion

Am letzten Sonntag feierten 15 Kinder mit Pfarrer Uwe Nimbler ihre Erstkommunion unter dem Zeichen des Regenbogens.

Das war dann auch die 100. Erstkommunion, die in der Pfarrei St. Luzia gefeiert wurde.

Freilich wurde auch vor 1923 die Erstkommunion gefeiert, doch dies dann als Kaplanei der Großostheimer Pfarreien, was auch an der frühen Uhrzeit des Festgottesdienstes zu erkennen war.

Da Pfarrer Anton Bieber noch nicht offiziell eingeführt worden war, kam wohl der Großostheimer Pfarrer Dr. Eder zur Erstkommunion nach Pflaumheim, wo der Festgottesdienst bereits um 8 Uhr begann. Möglicherweise mussten die Kinder sogar noch vor dem Gottesdienst ihre Beichte ablegen.

50 Jahre später war das Jahr 1973 für die Pfarrei St. Luzia ein ganz besonders intensives Jahr. Am 7. Februar verstarb der junge Pfarrer Ambros Buhleier, der mit viel Engagement den Bau eines neuen Pfarrheims angeregt und voran getrieben hatte und dessen Fertigstellung dann leider nicht mehr erleben durfte. Mit einem Festprogramm vom 23. bis 30.9. wurde das neue Pfarrheim, das nach dem Pfarrer dann auch auf den Namen „Ambrosiushaus“ getauft wurde, eingeweiht und das 50-jährige Bestehen der Pfarrei mit Angeboten für alle Generationen sehr intensiv gefeiert.

Die Erstkommunion im Jahr 1973 hatte als Pfarrverweser Pfarrer Ernst Helfrich übernommen. Zwar war bereits am 26.3. Leo Giegerich zum neuen Pfarrer von Pflaumheim ernannt, doch seine offizielle Einführung lies noch bis zum 5. August auf sich warten. Da damals die sogenannten Babyboomer-Jahrgänge ihre Erstkommunion feierten, waren am "weißen Sonntag" (29.4.) im festlichen Amt um 9.30 Uhr die ersten 5 Bankreihen in der Kirche von den ca. 50 Kommunionkindern belegt, die damals auch noch alle brav gebeichtet haben und sich am Nachmittag noch mal zur Andacht in der St.-Luzia-Kirche trafen.

Ob die damaligen Kommunionkinder wissen, dass in Pflaumheim am 14. Mai wieder mal die Jubelkommunion gefeiert wird, zu der in diesem Jahr die Kommunionjahrgänge 2013 (Pfarrer Wollbeck), 1998 (Pfarrer Helbig), 1973 (Pater Helfrich), 1963 (Pfarrer Barthels), 1953 (Pfarrer Barthels) und 1943 (Pfarrer Bieber) eingeladen sind? Hoffen wir also, dass die „Netzwerke“ in den einzelnen Jahrgängen funktionieren und sich die einstigen Kommunionkinder gegenseitig informieren, um sich an ihre "weißen Sonntage" erinnern. Eine kleine Kerze von der Pfarrei soll dabei helfen.

 

Und wenn die Kirche wieder gut gefüllt ist, singen wir gemeinsam wie am letzten Sonntag „Einfach spitze, dass du da bist“.

 

 

 

Bachgau-Bote 9.3.2023

 

In den Wochen

bis Ostern......

......machen wir mit unserer Jubiläumsrubrik erst mal Pause und machen sozusagen „Infofasten“.

Bevor die nächsten Jubiläumsaktivitäten im Kalender stehen, werden wir wieder loslegen und die Leserschaft des Bachgau-Bote mit allerhand Wissenswertem rund um die Pfarrei St. Luzia versorgen, einschließlich der kurz- und langfristig anstehenden Termine.

So freuen wir uns z.B. schon sehr auf den Vortrag von Pater Anselm Grün, der am Montag, den 8. Mai bei uns in der St.-Luzia-Kirche zu Gast sein wird, die dann mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr so kalt ist.

Davor feiern wir mit dem Osterfest den Höhepunkt des Kirchenjahres (6. bis 10.4.) und die Erstkommunion (23.4.).

Und (nicht nur ) zu diesen Anlässen freuen wir uns auf viele persönliche Begegnungen und Gespräche.

 

Wo diese stattfinden könnten, kann in den kirchlichen Nachrichten nachgelesen werden.

 

 

 

Bachgau-Bote  2.3.2023

 

Am kommenden

Wochenende......

......werden in den Gottesdiensten wieder die Kirchenbesucher gezählt. Dies ist einheitlich geregelt und wird immer am 2. Fastensonntag sowie am 2. Sonntag im November durchgeführt.

Es wäre sicherlich interessant zu wissen, wie eine Kirchenzählung am 2. Fastensonntag im Jahr 1923 im Vergleich zu der Zählung der Vorabendmesse am kommenden Samstag ausgesehen hätte.

Es ist zu vermuten, dass Früh- und Spätmesse sowie das Amt 1923 jeweils besser besucht waren, wie der 2023 einzig übrig gebliebene Sonntagsgottesdienst, am kommenden Wochenende als Vorabendmesse am Samstag Abend.

Was könnte man tun, damit der sogar ohne Zählmaschine erkennbare Trend nicht dazu führt, dass die ehrenamtlichen Kirchenzähler nicht eines Tages allein in der Kirche stehen?

Am letzten Sonntag wurde der Pfarrei St. Luzia ein neues Evangeliar geschenkt und vorgestellt. Dazu wurde gesungen, dass Gottes Wort wie Licht in der Nacht ist und Hoffnung und Zukunft gebracht hat.

Bleibt zu hoffen, dass von dem neuen Evangeliar oft und rege Gebrauch gemacht und es für die Pflaumheimer Gemeinde viel Licht, Hoffnung und eine gute Zukunft bringt.

Trotz der negativen Tendenz gibt es im Jubiläumsjahr also immer wieder positive Lichtblicke, denen gewiss noch so manche Überraschung folgen wird.

Und diese Überraschungen kann man am besten in guter Gesellschaft bzw. feierlicher Gottesdienstgemeinschaft genießen.

Worauf warten Sie?

 

 

 

 

Bachgau-Bote  23.2.2023

Wenn sich Bewohner......

......einzelner Ortschaften für ihre eigenen Interessen einsetzen, spricht man umgangssprachlich auch schon mal von „Kirchturmdenken“.

Wenn man sich nun mal näher mit dem Pflaumheimer Kirchturm befasst, kann man durchaus sagen, dass dieser ein echtes Wahrzeichen für den Bachgau ist und dieser beim „Heimkommen“ schnell ins Auge fällt.

Mit der beabsichtigten Anschaffung eines neuen Geläuts mit 4 Glocken war klar, dass der alte Kirchturm, der beim Neubau der St.-Luzia-Kirche von den alten Kirchen integriert wurde, zu klein sein würde. Also musste ein höherer Turm her. Und so wurde der Turm 1930 auf seine heutige Größe von ca. 38 Metern ausgebaut und mit einer zwiebelartigen Kupferkuppel versehen, unter der dann im August 1930 das neue Geläut eingebaut wurde.

Der 2. Weltkrieg und die Jahre haben den Turm leider in Mitleidenschaft gezogen, so dass 1995 eine umfassende Sanierung nötig war.

Bei dieser Sanierung wurde eine Urkunde vom Turmbau 1930 entdeckt, die von Pfarrer Anton Bieber und den 5 Mitgliedern der Kirchenverwaltung (Georg Maria Zahn, Georg Vinzenz Hock, Adam Ostheimer, Sebastian Hock, Alfons Rachor) sowie den beiden Bürgermeistern Georg Peter (1), Leo Stegmann (2) und den Mitgliedern des Pflaumheimer Gemeinderates (Johann Adam Schuler, Peter G. Rollmann, Adam Rollmann, Josef B. Zahn, Albert Rachor, Leo Peter Hock, Sebastian Hock, Balthasar Alois Knecht, Gabriel Schadt, Anton Zahn, Leo Hock, Otto Zahn) unterschrieben war.

Darin konnte auch nachgelesen werden, welche zumeist einheimischen Pflaumheimer Firmen am Bau beteiligt waren und welche Bürger Spenden und unentgeltliche Sachleistungen zur Ermöglichung des neuerlichen Bauprojektes beigesteuert haben. Es ist wirklich sehr beeindruckend, wie sehr viele Menschen zu den damaligen Zeiten ihre Verbundenheit zur Pfarrei gezeigt haben, obwohl die Zeiten damals alles andere als rosig waren. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es heute ohne die damalige Unterstützung aussehen würde?

Der Allerhöchste wolle auf die Fürbitte unserer Kirchenpatronin, der heiligen Luzia, seinen Segen geben zur glücklichen Vollendung des begonnenen Werkes, die Bauleute auch in Zukunft vor jedem Unfall bewahren und allen Wohltätern die Gesundheit des Leibes und das Heil der Seele verleihen! Vom hohen Turm herab soll das Salve-Regina-Geläute auch den kommenden Generationen erschallen zur Ehre des Allerhöchsten und der Himmelskönigin, zur Erstarkung des Glaubens und der Frömmigkeit in der Pfarrgemeinde und alle Pfarrkinder durch des Lebens Stürme geleiten zur himmlischen Seligkeit. Gelobt sei Jesus Christus. Der Nachwelt zum Gedächtnis ist diese Urkunde im Turmkopf eingeschlossen worden.

Mit diesen aufgedruckten Wünschen wurde die Urkunde eingeschlossen und wie erwähnt 1995 entdeckt. Das Geläut wurde bekanntlich 1942 von den Nazis beschlagnahmt, weil sie das Material für die Waffenproduktion verwenden wollten. Zum Glück dauerte es nur 7 Jahre bis ein neues Geläut den Turm wieder vollständig machte und jetzt auch nachhaltig bleiben durfte.

Mit Dankbarkeit an unsere Vorfahren kann man nur hoffen, dass deren inständiges Flehen erhört wurde und dass sich viele Menschen auch im 21. Jahrhundert ein Beispiel an ihrem Wirken nehmen.

So haben wir in dieser Woche weitere Geschenke erhalten und werden der Gemeinde am kommenden Sonntag (26.2. - 10.30 Uhr) im Gottesdienst ein Evangeliar vorstellen, weil es so etwas in der 100-jährigen Pfarreigeschichte offensichtlich noch nicht gab. Der Ploimer Ruhestandspriester Erhard Kroth hat mit großzügiger Unterstützung aus seinem Familien- und Freundeskreis (Vergelt's Euch Gott) die Anschaffung ermöglicht und es bleibt zu wünschen, dass das neue Evangeliar viele Gottesdienstbesucher aus Nah und Fern durch eine gute Zeit begleitet.

Die Vorstellung wird möglicherweise nicht so festlich wie die Einweihung neuer Glocken. Sicherlich lohnt es sich trotzdem, dabei zu sein und den Gottesdienst mitzufeiern.

 

 

 

Bachgau-Bote  16.2.2023

Viele beschweren sich......

......, dass es in der Kirche immer so kalt ist.

Wie mag es den Gottesdienstbesuchern vor 100 Jahren ergangen sein?

In Zeiten, als noch niemand vom Klimawandel sprach, waren die Winter noch richtige Winter und bisweilen gefror das Weihwasser zu Eis und verblieb oft tagelang in diesem Zustand. Es gab noch nicht mal eine Sitzheizung und die Gottesdienste dauerten deutlich länger als heute. Trotzdem war der Gottesdienstbesuch viel besser, wodurch es dann natürlich in der Kirche wärmer wurde. Auf die Frage, ob die Gottesdienste wie z.B. am letzten Samstag mit einer funktionierenden Kirchenheizung besser besucht wären, wird man aber keine Antwort erhalten.

Nun stelle man sich vor, dass sich die Kirchenverwaltung vor ein paar Jahren für die Installation einer teuren Gasheizung entschieden hätte. Dann will man lieber nicht nachrechnen, wie hoch die Energierechnung am Ende des Winters gewesen wäre, die von den Einnahmen aus dem Klingelbeutel gewiss nicht bezahlt hätte werden können.

Früher war das anders und viele Privatleute halfen mit, dass die ganzen Projekte gestemmt werden konnten, zu denen ja auch der Bau des Pfarrhauses gehörte, welches Voraussetzung für die Pfarreigründung war. Ob beim Bau der St.-Luzia-Kirche, beim Bau des Pfarrhauses oder später bei der Erweiterung des Kirchturms und der Anschaffung des neuen Geläuts, stets halfen großzügige Bürger mit, die Träume in die Realität umzusetzen.

Doch auch in der jüngeren Vergangenheit gab es immer mal wieder Menschen, die mit privaten Mitteln die Pfarrei voran brachten, z.B. bei der Realisierung der in den letzten Jahren fast ausschließlich getragenen Ministrantengewänder oder der letzten Erweiterung unserer tollen Klais-Orgel in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Und ganz aktuell freut sich die Pfarrei über tolle Geschenke zum 100. Jahrtag der Pfarreigründung, die unsere Gottesdienste bestimmt bereichern und auch ein Hoffnungszeichen sind, dass es weiter geht und kirchliches Leben eine Zukunft hat.

 

 

 

Bachgau-Bote  9.2.2023

Vor einer Woche......

......durften wir zur „Darstellung des Herrn“ noch einmal weihnachtliche Momente genießen. Nach den Ministranten und einem Großteil unserer diesjährigen Kommunionkinder zogen sämtliche Gottesdienstbesucher mit brennenden Kerzen in einer festlichen Lichterprozession durch die St.-Luzia-Kirche und machten dem Feiertag „Lichtmess“ alle Ehre. Zur „Belohnung“ gab es dann für alle auch noch den Blasiussegen, der uns alle vor Krankheiten und allem Bösen bewahren soll.

Und dann……    24 Stunden später waren Christbäume und Krippe verschwunden sowie die Kerzenständer an den Kirchenbänken abmontiert. Da waren sicherlich viele fleißige „Heinzelmännchen“ am Werk, denen ein herzliches VERGELT’s GOTT gilt. Sicherlich waren es die gleichen „Heinzelmännchen“, die nach dem 3. Advent die Christbäume aufgestellt und geschmückt hatten sowie die Krippe aufgebaut und funktionstüchtig gemacht haben.

Was würden Pfarreien, wie wir als St. Luzia Pflaumheim, ohne ehrenamtlichen Helfer machen? Jeder kennt die Lektoren, die Küster, die Ministranten und die Organisten. Aber kaum einer nimmt die genannten „Heinzelmännchen“ wahr, oder die Frauen, die einmal im Monat „feucht durchwischen“. Dieser Duft von Putzmittel ist einfach wunderbar und ein riechbarer Arbeitsnachweis unseres unbezahlbaren Reinigungsteams. Oder hat sich schon mal jemand persönlich bei den Menschen bedankt, die unsere Altäre mit Blumen verschönern? All das wird viel zu oft als selbstverständlich angesehen. Doch das ist es mit Sicherheit nicht. Es ist ein toller ehrenamtlicher Dienst für uns alle

Seit 100 Jahren gibt es nun in der Pfarrei St. Luzia Pflaumheim Ehrenamtliche und Freiwillige, „die den Laden am laufen halten“. Und nicht immer konnten z.B. die Reinigungskräfte auf den Luxus von heißem Wasser direkt in der Kirche zurück greifen. Aus überlieferten Erzählungen von Zeitzeugen weiß man, dass die „Bawett“ aus der Schulgasse von daheim das heiße Wasser zur Kirche brachte und dort mit gutem Beispiel voran ging. Was mag die „Bawett“ wohl denken, wenn sie heute auf ihre Nachfolger blickt? Sicher ist sie dankbar, dass es Nachfolger gibt und vielleicht ist sie auch ein bisschen neidisch, dass sie es etwas leichter haben, als sie damals. Dagegen hatte die „Bawett“ damals möglicherweise aber mehr Helfer, denn diese sind im Jahr 2023 an allen Stellen äußerst dünn gesät.

Am kommenden Samstag (11.2.) jährt sich nun die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde tatsächlich zum einhundertsten Mal. Nun sind wir gespannt, ob und welche Geschenke es zu diesem besonderen Tag für die Pfarrei gibt und wie viel Gäste dieses Jubiläum mit uns in der Vorabendmesse (18.30 Uhr) mit unserem Pfarrer Uwe Nimbler feiern wollen?

Zum Schluss ein herzliches Dankeschön an alle, die uns mit Zeitzeugenberichten oder Text- und Bildmaterial an die alten Zeiten erinnern und unsere Arbeit im Jubiläumsjahr unterstützen. Solche Dinge waren natürlich in den 20er, 30er oder 40er Jahren des letzten Jahrhunderts absolute Rarität. Wer solche „Schätze“ bei sich daheim hat, kann sich gerne melden oder diese auch mal zu den Gottesdiensten mitbringen, damit wir diese vielleicht in digitale Form bringen und für die Nachwelt erhalten.

 

 

 

Bachgau-Bote  2.2.2023

Wer achtet......

......eigentlich auf den Klang der Glocken?

In den nun 100 Jahren unserer Pfarrei gibt es auch eine bewegte Glockengeschichte. Nach dem Bau der St.-Luzia-Kirche (Einweihung 2020) und der Pfarreigründung (1923) wurde 1930 der Kirchturm ausgebaut und zum ersten Mal ein 4-Glocken-Geläut angeschafft, welches damals noch per Hand zum Klingen gebracht werden musste.

Den am 15.8.1930 eingeweihten Bronzeglocken  wurde mit den Tönen d, fis, a und h das Salve-Regina-Motiv zugrunde gelegt. Leider mussten die Glocken 1942 wie bereits frühere Glocken im Jahr 1917 wieder abgegeben werden, weil sie kriegswichtige Rohstoffe enthielten, welche dann für so gar nicht kirchliche Zwecke Verwendung fanden.

 

Seit 1949 hängen im Kirchturm 4 Stahlglocken, denen jetzt das Te-Deum-Gloria-Motiv (D-F-G-B) zugrunde liegt und die seitdem auch automatisch betrieben werden können. Am 5.7.1949 wurde das damals neue und heute immer noch aktuelle Geläut vom jungen Würzburger Bischof Julius Döpfner (1948-1957) geweiht, der später Bischof in Berlin (1957-1961) und Kardinal in München/Freising (1961-1976) wurde.

Als einem der prägendsten Figuren der katholischen Kirche während des zweiten vatikanischen Konzils wurden ihm sogar gute Chancen auf das Papstamt nachgesagt, sollte Paul VI sterben. Doch mit nur 62 Jahren starb er dann sogar 2 Jahre vorher. In seinem Bericht über seinen Besuch in Pflaumheim schrieb Julius Döpfner „Bei der Visitation ergab sich ein wirklich guter Eindruck von der Pfarrgemeinde. Die Jugendgruppen zeigen sehr erfolgreiches Bemühen, vor allem finden sich prächtige Jungmänner. Das ganze religiöse Leben ist spürbar rege. Der Pfarrer arbeitet mit ruhigem, klugen Eifer!“ Bestimmt gibt es noch Zeitzeugen, die sich an den Besuch von Julius Döpfner erinnern? Welche Worte würde ein Bischof wohl heute aufschreiben, wenn er unsere Pfarrei besuchen würde? Wobei...... davor brauchen wir wohl keine Angst zu haben...... unsere Einladungen werden ja stets mit höflichen Absagen beantwortet.

Und so lädt uns das aktuelle Geläut seit über 70 Jahren verlässlich zu den Gottesdiensten ein und eröffnet jeden Tag um 6 Uhr mit fröhlichen Klängen, die für viele Ortsbürger ein gern wahrgenommener Wecker sind. Weitere feste Läut-Termine sind um 11 Uhr, um 12 Uhr (Angelusläuten), um 19.30 Uhr (Abendläuten), Freitags um 15 Uhr (Sterbestunde Jesu) und Samstags um 14 Uhr (Wochenendläuten). Vielleicht einmal auf das Läuten der Glocken achten und dann einfach mal einen kleinen Moment inne halten oder der Einladung zum Gottesdienst (siehe kirchliche Nachrichten) folgen.

Mit dem „Luzia-Glöckchen“ hängt die älteste Pflaumheimer Glocke aus dem Jahr 1440 nach einer Wanderschaft durch verschiedene Bauwerke (Kirche, altes Rathaus, Kirche) jetzt in der Aussegnungshalle des neuen Friedhofs und läutet den Weg der Verstorbenen zu ihrer letzten Ruhestätte ein.

Der viertelstündliche Uhrzeitschlag wird übrigens nicht vom Glockenschwengel sondern von einem seitlich angebrachten Hammer erzeugt.

 

 

 

Bachgau-Bote  26.1.2023

Dieser Tage......

......haben 15 Pflaumheimer Kinder zusammen mit Pfarrer Uwe Nimbler die Vorbereitungen für ihre Erstkommunion begonnen, die wir mit der Gemeinde am Sonntag, den 23. April feiern werden. Es würden uns wohl auf Anhieb viele Dinge einfallen, was sich speziell bei der Erstkommunion seit der Gründung unserer Pfarrei geändert hat. Ganz sicher waren die Kommunionfeiern Festtage für die ganze Gemeinde und ganz besonders am 8. April 1923, als die Ploimer zum ersten Mal als Pfarrei Erstkommunion feiern durften.

Und so ist es also auch zum 100. Mal, dass die 8- und 9-jährigen Pflaumheimer Kinder in die Mahlgemeinschaft Christi aufgenommen werden.

Im weitesten Sinne also auch schon eine erste Jubelkommunion. Zur eigentlichen Jubelkommunion sind die Kommunionjubilare am 14.5. eingeladen und können sich diesen Termin schon mal notieren.

Die Kirchengebäude platzten an Festtagen wie der Erstkommunion oder den kirchlichen Hochfesten Weihnachten, Ostern und Pfingsten nicht nur in Pflaumheim aus allen Nähten und wer zu spät kam, musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Dies ist im Jahr 2023 überhaupt kein Problem und viele Kirchen sind für die Anzahl der Gottesdienstbesucher reichlich überdimensioniert.

Hierfür gibt es sicherlich viele Gründe, die an anderer Stelle schnellstens und selbstkritisch diskutiert werden sollten, damit man den negativen Trend zumindest stoppen und die Ehrenamtlichen für ihr unermüdliches Tun motivieren könnte.

Glücklicherweise gab es davon in der Geschichte der Pfarrei St. Luzia und bereits lange vor deren Gründung sehr sehr viele, auf deren Wirken wir heute sehr dankbar zurück blicken, denn ohne deren Engagement hätte Pflaumheim mit Sicherheit keine so große Kirche und das Leben in der Pfarrei wäre gewiss nicht so intakt.

Trotzdem ist natürlich jede helfende Hand und jeder bereichernde Gedanke immer sehr herzlich willkommen.

 

 

Bachgau-Bote  19.1.2023

 

Jetzt war......

......Pflaumheim in 1923 also endlich selbständige Pfarrei, doch zum vollkommenen Glück fehlte noch ein eigener Pfarrer, dessen Einführung noch bis zum Sommer auf sich warten lassen sollte.

Der 1910 zum Priester geweihte und seit 1913 als Benefiziat in Großostheim tätige Anton Bieber war deshalb in Pflaumheim kein Unbekannter, als er am 19.6.1923 offiziell die Pfarrerstelle übernahm und am 15.7. feierlich eingeführt wurde.

In sein neues Pfarrhaus umziehen konnte er dann aber erst zum Luzia-Patrozinium am 13.12., weil das unter anderem aus Steinen der geschichtsträchtigen Pflaumheimer Dorfmauer auf dem Holzweg errichtete Gebäude vorher nicht fertig wurde.

Bei seiner Amtseinführung war Pfarrer Anton Bieber gerade mal 36 Jahre alt, so dass er in der Blüte seines Lebens mit unermüdlicher Tatkraft Antreiber und Motor der noch jungen Pfarrei werden konnte.

Bis zu seinem letztlich überraschenden Tod am 25.5.1952 war er mit knapp 29 Jahren bis heute und wohl für immer der Pfarrer mit der längsten Dienstzeit in Pflaumheim. Dass ihm eine gewisse Strenge nachgesagt wird, liegt wohl auch an der Priesterausbildung der damaligen Zeit und der einem Pfarrer verliehenen Autorität. Auch eine gewisse Raffinesse gegenüber dem Nazi-Regime wird ihm zugeschrieben.

Er hat dann bereits am Bau des Pfarrhauses mitgewirkt und sich weitere Verdienste beim Ausbau des Kirchturms (1930), der jeweiligen Neubeschaffung des Kirchgeläuts in den Jahren 1930 und 1949, der Erweiterung des Kindergartens (1935), der Anschaffung unserer Klais-Orgel (1939) und nicht zuletzt durch den Bau des ersten Jugendheims (1951) erworben, das aber schon 1971 wieder abgerissen wurde und dem in 1973 fertig gestellten und eingeweihten Ambrosiushaus Platz machen musste, welches dann eine etwas längere Lebenszeit haben sollte. Dazu demnächst mehr.

Und so erinnert der Anton-Bieber-Weg am Pfarrhaus an den ersten Ploimer Pfarrer, der wohl selbst zum Ploimer wurde und im Ehrengrabe auf dem alten Pflaumheimer Friedhof seine letzte Ruhestätte fand, hinter der eigentlich auch heute noch ein großes Sandsteinkreuz stehen sollte, welches leider vor einem Jahr durch einen Sturm zerstört und noch nicht wieder restauriert wurde.

Diese Ausführungen zeigen, welchen Einfluss in früheren Jahren die Pfarrer auf das Ortsgeschehen hatten und wie sie auch zum Vorbild und Beispiel für junge Männer werden konnten, die vielleicht selbst über den Priesterberuf nachdachten. Und so sollen auch einige junge Pflaumheimer Männer wegen Pfarrer Anton Bieber die Priesterlaufbahn eingeschlagen haben.

Außerdem war es ihm auch zu verdanken, dass seine Nichte Josefine Zeller (14.4.1916-9.4.2016) unbedingt nach Pflaumheim wollte und hier bis 1979 als Grundschullehrerin tätig war und ganzen Generationen das ABC und 1 mal 1 beibrachte. Darüber hinaus war sie unermüdlich und vor allem ehrenamtlich für die Pfarrei im Einsatz und hat sich wie ihr Onkel um die Pfarrei verdient gemacht.

Und so bleibt festzustellen, dass der Pfarrei vor 100 Jahren ein „Schwabe“ Leben einhauchte und vor 50 Jahren eine „Schwäbin“ mithalf, die Pfarrei mit dem neu gebauten Ambrosiushaus und seinem neuen Pfarrer Leo Giegerich auf Kurs zu halten.

Jetzt schauen wir mal, ob wir in dieser schwäbischen Tradition die Weichen für weitere Jahre und Jahrzehnte richtig stellen können und ob uns dabei viele Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

 

 

Bachgau-Bote  12.1.2023

  

Wenn man sich......

......ein wenig für die Arbeit in der Pfarrei St. Luzia interessiert, könnte man wissen, dass es derzeit 2 Gremien gibt, welche unsere katholische Kirchengemeinde am Laufen halten und das Jubiläumsjahr gestalten.

Zum einen ist dies die Kirchenverwaltung, die für die finanziellen, verwaltungsmäßigen und personellen Rahmenbedingungen einer Pfarrei verantwortlich sind. Neben dem „berufsmäßig“ dazu gehörenden Pfarrer Uwe Nimbler sind in der Pfarrei St. Luzia Pflaumheim seit 2018 Karin Braun, Theresia Braun, Viktoria König und Simon Schmid in diesem Gremium. Sprecher und Kirchenpfleger ist Simon Schmid. Einsicht in die Arbeit der Kirchenverwaltung kann man z.B. durch einen Blick in die jährliche Kirchenrechnung nehmen, die rechtzeitig im Bachgau-Bote angekündigt wird.

Neben der Kirchenverwaltung gibt es noch den Pfarrgemeinderat. Nachdem im zweiten vatikanischen Konzil von den beratenden Bischöfen der Wunsch geäußert wurde, die Laien zur Beratung und Unterstützung der Priester und Seelsorger mehr einzubinden, wurde in Pflaumheim 1967 erstmals ein Pfarrausschuss mit 22 Personen gewählt, der später in Pfarrgemeinderat umbenannt wurde. Bei der ersten bistumsweiten Pfarrgemeinderatswahl gab es neue Satzungen und das Gremium wurde auf 13 Personen verkleinert. Seit der letzten Pfarrgemeinderatswahl in 2022 vertreten Dr. Heinz Abel, Theresia Braun, Peter Eichelsbacher, Christian Elbert, Pia Jäger, Dr. Peter Klug und Kerstin Zabransky als Gemeindeteam im gemeinsamen Großostheimer Pfarrgemeinderat die Pfarrei St. Luzia.

Während unsere Gremien derzeit geschlechtergerecht aus jeweils 5 Frauen und Männern bestehen, war das vor 100 Jahren noch völlig anders und alles war zu 100 % männlich dominiert.

Angeführt vom Großostheimer Pfarrer  Dr. Gottfried Eder (20.2.1884-20.9.1966, von 1920 bis 1933 Pfarrer in Großostheim) bestand die Pflaumheimer Kirchenverwaltung im Jahr 1923 aus den Herren Christian Grimm (7.4.1869-3.2.1950), Georg Vinzenz Hock (12.1.1866-8.6.1955), Sebastian Hock (20.1.1872-5.2.1942), Adam Ostheimer (30.11.1871-23.8.1962), Alfons Rachor (Kirchendiener, 16.7.1879-25.9.1958) und Josef Maria Zahn (Kirchenpfleger, 19.10.1856-2.4.1932), die dann auch maßgeblich für die endgültige und offizielle Gründung der Pfarrei St. Luzia verantwortlich waren, was natürlich von zahlreichen Vorgängern über viele Jahre vorbereitet worden war.

In Zeiten von Sonntagspflicht und kirchlicher Routine war damals der Bezug zur Pfarrei deutlich größer, weshalb man in Pflaumheim ja auch in 1920 die neue Kirche eingeweiht und weitere Erweiterungen im Blick hatte.

In der Gegenwart nimmt der Bezug zu kirchlichem Leben stetig ab, was sich auch in unserer Gemeinde an der großen Zahl an Kirchenaustritten bemerkbar macht.

Doch es gibt auch immer wieder Mut machende Dinge zu entdecken. Die gemeinsamen mit engagierten Mitarbeitern der Pfarrei St. Sebastian Wenigumstadt durchgeführten Kinderaktionen, wie dem Kinderbibeltag im Oktober, die Eröffnung des Advent mit der „Konferenz der Sterne“, die Begeisterung beim Erntedankfest u.v.m. zeigen, dass es fernab von Missbrauch, Vertuschung, Machterhalt auch viele kleine Pflänzchen einer Zukunft im Sinne von Jesus Christus gibt, dessen Geburtstag wir ja gerade vor etwas mehr als 2 Wochen gefeiert haben.

Oder nehmen wir die Walldürn-Wallfahrten im Sommer, an denen seit weit über 30 Jahren Frauen und Männer teilnehmen, die man zum Teil ansonsten vergeblich in den Gottesdiensten sucht.

Und auch die Ministranten geben immer wieder Anlass zur Hoffnung. So haben in Pflaumheim im letzten Jahr 27 Ministranten insgesamt 850 Dienste angehäuft und die Priester engagiert am Altar unterstützt.

Es ist also nicht alles schlecht und es liegt an jedem Einzelnen, ob wir das halbvolle Glas austrinken oder ob wir es gemeinsam wieder füllen.

Die Pfarrei St. Luzia Pflaumheim bleibt im Jubiläumsjahr für jeden aufgeschlossen und freut sich deshalb über jeden Input von Außen.

 

 

 

Bachgau-Bote  5.1.2023

Prosit Neujahr –

Prosit Jubiläumsjahr

Nachdem wir am 3. Advent das Jubiläumsjahr eröffnet haben ist viel passiert bzw. es wurde viel gefeiert: Jesus Geburt – Jahreswechsel – Tod Papst em. Benedikt u.v.m.   Im Jahresschlussgottesdienst wurde auf die letzten 12 Monate zurückgeblickt und die statistischen Fakten in 2022 erlauben keine Jubelstürme.

Trotzdem erklang an Silvester zum Te Deum im Jahresschlussgottesdienst sowie um Mitternacht sehr festliches Geläut, was vor 100 Jahren gewiss nicht melodisch war, weil die Ploimer in ihrer zwar noch recht neuen Kirche trotzdem erst mal nur über ein recht „sparsames Bimmeln“ verfügt haben. In dem alten kleinen Turm war nur für 2 kleinere Glocken Platz, die bei Freud und Leid erklangen.

Mit der Pflaumheimer Pfarrfamilie des Jahres 1923 verbindet uns aber sicherlich der innige Wunsch auf Frieden, ein gutes Miteinander und Gottes uns alle stets begleitenden Segen, damit die statistischen Daten im nächsten Jahresschlussgottesdienst vor allem bei den Sterbefällen oder Kirchenaustritten geringer ausfallen. Die Kindtaufen und Eheschließungen dürfen dagegen gerne zunehmen ebenso die Zahl der engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter, welche das immer kleiner werdende Seelsorgeteam unterstützen.

Geben wir das Licht immer wieder weiter, welches an Weihnachten mit der Geburt Jesu Christi in unsere Welt kam. Denn Weihnachten ist kein Ereignis, das nur auf einen Tag beschränkt ist.

 

 

 

Bachgau-Bote  22.12.2022

 

 

 

Weihnachten steht

vor der Tür.

 

Wie mögen sich wohl die Ploimer vor 100 Jahren gefühlt haben?

Gerade hatten sie die Info erhalten, endlich selbständige Pfarrei zu werden. Die in ihrer jetzigen Form 1920 eingeweihte St.-Luzia-Kirche war im Endeffekt noch ganz neu. Der Bau eines Pfarrhauses war in Planung und sollte am Luziatag 1923 eingeweiht werden. Der in Großostheim als Benefiziat tätige Anton Bieber war als erster Pfarrer angekündigt und sollte im Sommer offiziell eingeführt werden. Alles Dinge, welche die Ploimer in eine gute kirchliche Zukunft blicken ließen, in einem nach dem ersten Weltkrieg aber noch immer am Boden liegenden Land.

 

Fallen uns ad hoc auch heute Dinge ein, die uns in eine gute kirchliche Zukunft blicken lassen?

Die „große Kirche“ macht einem gewiss nur wenig Mut. Deshalb sollten wir viel mehr auf die kleinen Dinge achten. Auf die Gespräche nach den Gottesdiensten oder den guten Besuch, wenn das „Friedenslicht aus Betlehem“ zu Gast ist und in einem wunderschönen Rahmen von Oliver Zahn und Freunden musikalisch begrüßt wird, wenn „Canta Lucia“ mit tollem Gesang für eine gute adventliche Stimmung bei einer Rorate in ganz frühen Morgenstunden sorgt und wenn junge Menschen als Ministranten am Altar so überaus engagiert mitwirken. Dazu kommen noch die oft übersehenen Helfer, die für eine saubere Kirche oder den geeigneten Blumenschmuck am Altar sorgen oder sich als Küster und an der Orgel um einen guten Ablauf der Messfeiern bemühen.

 

An Weihnachten feiern wir nun wieder die Geburt Jesu Christi, den wir als Sohn Gottes und Licht der Welt begrüßen. Vielleicht gelingt es uns an Weihnachten, dieses Licht in uns selbst zum Leuchten zu bringen. Lasst uns mit offenem Herzen an die denken, denen es nicht so gut geht sowie uns demütig und dankbar an den Dingen erfreuen, die in unserem Leben gut sind.

Vielleicht holt man sich die dafür nötige Stärkung und Motivation bei einem Gottesdienstbesuch und man begegnet sich am Heiligen Abend in der Christmette (22 Uhr). Nach der „Stillen Nacht“ lädt uns „Canta Lucia“ noch zum gemeinschaftlichen Weitersingen von Weihnachtsliedern ein und bietet dazu wohl auch Heißgetränke an.

 

Mögen wir danach alle gestärkt in ein gesundes und hoffentlich endlich wieder friedfertiges Jahr 2023 starten, das hoffentlich viele Jubel- und Jubiläumsmomente für uns bereit hält.

 Bleiben wir alle "aufgeschlossen" und zuversichtlich.

 

 

 

 

Bachgau-Bote 15.12.2022

 

Nun ist das Jubiläumsjahr

also eröffnet.

 

Leonie Karst hat als „Heilige Luzia“ die passenden Worte gefunden und dafür gebetet, dass es im Jubiläumsjahr, das bis zum 17.12.2023 dauert, viele helle Momente gibt.

Helle Momente können wir ja bei all den schlechten Nachrichten gut gebrauchen, die von der Institution Kirche immer wieder fabriziert werden.

Umso schöner ist es dagegen zu sehen, wenn nach einem wunderbaren Festgottesdienst, Gemeinschaft bei Heißgetränken und Plätzchen entsteht.

Trotz wirklich äußerst kühlen Temperaturen waren zahlreiche Gottesdienstbesucher der Einladung von Gemeindeteam und Kirchenverwaltung gefolgt, bis das letzte Plätzchen seinen Abnehmer gefunden hatte und der letzte Schluck Glühwein getrunken war.

Die nächsten Chancen nach Gottesdiensten gute Gemeinschaft zu erfahren gibt es nach der Frührorate am 15.12. (6 Uhr) mit „Canta Lucia“, wenn danach alle zum gemeinsamen Frühstück ins Haus der Vereine eingeladen sind sowie am Heiligen Abend, wenn „Canta Lucia“ nach der Christmette (22 Uhr) zum gemeinsamen Weihnachtsliedersingen einlädt und dazu ebenfalls Glühwein ausschenken wird.

 

Wir alle sind Pfarrei und können gemeinsam wie die „Heilige Luzia“ die Welt zum Leuchten bringen.

 

 

Bachgau-Bote  8.12.2022

Dieses von Melanie Oligmüller entworfene und mit Christian Elbert erarbeitete Logo wird die Leser des „Bachgau-Bote“ ab sofort durch das Jubiläumsjahr der Pfarrei St. Luzia begleiten.

Das Logo und Motto sollen deutlich machen, dass unsere Ploimer Kirchengemeinschaft für alle „aufgeschlossen“ ist, die trotz aller negativer Schlagzeilen bereit sind, die frohe Botschaft zu hören und sich an Beispielen wie der heiligen Luzia zu orientieren. Diese hat ihren Glauben mit nur 21 Jahren sogar mit dem Leben bezahlt. 1763 wurde der „Luzientag“ in Pflaumheim zum ersten Mal gefeiert, also lange bevor man über Pfarreigründung und ähnliches nachdachte.

Mit dem Festgottesdienst am kommenden Sonntag, den 11. Dezember um 10.30 Uhr wird das Jubiläumsjahr offiziell eröffnet. „Canta Lucia“ wird die vom Pflaumheimer Ruhestandspriester Erhard Kroth gehaltene Messfeier musikalisch mitgestalten.

Die „Heilige Luzia“ wird mit ihrer Kerzenkrone in einer Prozession mit hoffentlich vielen Kindern das Licht durch die ganze Kirche tragen. Damit will sie in dieser dunklen Jahreszeit unser aller Leben erhellen und schon ein wenig auf die Geburt Jesu und das nahende Weihnachtsfest hinweisen.

Anschließend besteht die Möglichkeit mit Glühwein, heißem Apfelsaft und Plätzchen noch ein wenig in der Gemeinschaft der Pfarrfamilie zu verweilen und sich über gestern, heute und morgen zu unterhalten.

Die ganze Pfarrgemeinde ist herzlich eingeladen.

Warum wird das Jubiläumsjahr bereits am Sonntag eröffnet? Vor 100 Jahren wurde rund um das Luziafest die große Freude bekannt, dass Pflaumheim die Pfarreirechte erhält. Die offizielle Beurkundung erfolgte dann im Februar 2023. Pflaumheim bekam einen eigenen Pfarrer und baute auch ein Pfarrhaus.

In den kommenden 12 Monaten werden alle Feste im Zeichen des Jubiläums gefeiert. Dazu kommen einige Sonderveranstaltungen, zu denen dann rechtzeitig auch an dieser Stelle eingeladen wird.

 

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